Die Frage der Geburtskomplikationen meistern

„Ich wüsste gern, wie Frauen, die bewusst allein gebären mit Komplikationen umgehen? Ja, sie mögen selten sein. Aber was, wenn doch eine Schulterdystokie kommt? Oder eine Plazenta praevia? Oder increta? Oder bei der BEL was klemmt? Oder ein Nabelschnurvorfall? Wie wird damit umgegangen?“

Ja, wie wird damit umgegangen?

Die Herangehensweisen sind natürlich von Frau zu Frau völlig unterschiedlich und dennoch sehr bewusst! Es ist ja nicht so, dass Alleingeburtlerinnen wie kopflose Gebär-Hennen durch die Gegend rennen! Nein, sie treffen ziemlich bewusste Entscheidungen und gehen durch die Eigenverantwortung gleichzeitig auch in die Selbstermächtigung und benutzen alle Intelligenzen, die ihnen zur Verfügung stehen.

So können wir zum Beispiel mit rationaler Intelligenz an die Fragestellung herangehen und dann wälzen wir medizinische Fachliteratur und studieren autodidaktisch die Definitionen, die Inzidenz (Häufigkeit) und erstellen Back-Ups für den Fall der Fälle. Gerade die kopfgesteuerten Frauen benötigen im Vorfeld einer Alleingeburt viel Futter für den denkenden Verstand. Die Bücher „Alleingeburt“ von Sarah Schmid und „Geburtshilfliche Notfälle“ von Hildebrandt/Göbel sind dafür sicher eine gute Ausgangsbasis.

Beim Lesen solcher Lektüre erfährt frau dann auch, dass die meisten Komplikationen hausgemacht sind. Die Schulterdystokie beispielsweise, welche bedingt durch die kliniktypische Käferhaltung (Steinschnittlage) die kindliche Schulter nicht am mütterlichen Becken vorbeikommen lässt, löst sich durch den Positionswechsel in den Vierfüßlerstand wie von Zauberhand! Nachzulesen bei der berühmtesten Hebamme der Welt, Ina May Gaskin. Wer das nicht gelesen hat, der kommt spätestens während der Geburt in den Fluss intuitiver Intelligenz und landet früher oder später instinktiv auf allen Vieren, und so bleibt keine Schulter stecken.

Das ein vor dem Muttermund liegender Mutterkuchen, eine sogenannte Placenta praevia, den Eintritt des Kindes in den Geburtskanal behindert, stellt eine Kontraindikation für die vaginale Geburt dar. Diese Pathologie betrifft 0,5% aller Frauen und stellt eine Lebensgefahr für Mutter & Kind dar. Rationale Alleingeburtlerinnen lassen deshalb eine Placenta praevia mit einem späten Ultraschall (nach vollendeter 26.SSW) ausschließen. Intuitive Frauen zapfen dafür ihr inneres Wissen an. Sie können es weder erklären, noch beweisen, sie WISSEN einfach, dass es nichts zu befürchten gibt. Übrigens, über ein gutes Körperbewusstsein lässt sich die Lage der Plazenta auch orten. Interessanterweise öffnen sich diese Kanäle der Selbstwahrnehmung immer mehr, sobald sich eine Frau für die Selbstverantwortung entscheidet.

Verwachsungen der Plazenta mit dem Uterus, die ihrer Tiefe nach in Placenta accreta, increta und percreta unterschieden werden, sind auch für Mediziner im Vorfeld schwer zu diagnostizieren. Da die meisten Frauen, die bewusst allein gebären, auch ganz bewusst an die Plazentageburt herangehen, versteht es sich von selbst, dass sie diese anschließend auf Vollständigkeit überprüfen. Einige nabeln ab, andere pflegen die Plazenta so lange mit Salzen und Kräutern, bis sie sich von selbst vom Baby trennt (Lotusgeburt). Statistisch gesehen sind Verwachsungen der Plazenta häufig Folge von vorangegangenen Schnitt-Entbindungen, Ausschabungen und Verletzungen bspw. durch die empfängnisverhütende Spirale. Ich persönlich konnte solche Manipulation komplett ausschließen und erfreue mich an einem gesunden Uterus. Folglich hatte ich auch keine Bedenken.
Die Option, in medizinische Behandlung zu wechseln besteht ja jederzeit. Ein Kind allein zu gebären heißt nicht, medizinische Errungenschaften abzulehnen. Es ist nur leider so, dass die Fruchtbarkeit der Frau zu reiner Medizinalisierung verkommen ist. Alleingeburtlerinnen betrachten die Geburt aber als einen gesunden natürlichen Prozess.

Die Beckenendlage (BEL) oder Steißlage ist eine Geburtsposition, in welcher das Baby mit den Füßen oder dem Po voran auf die Welt will. Allgemein wird diese Position fälschlicherweise als „falsch herum“ bezeichnet, was dazu führt, dass sich kaum ein Arzt oder Hebamme zutraut, diese als Vaginalgeburt zu begleiten. Wer eine schmerzhafte Wendung oder einen Kaiserschnitt umgehen will, bringt sein Kind dann auch lieber allein zur Welt, wie Du hier nachlesen kannst.
Manchmal kommen sogar Zwillinge bewusst ohne Hilfe auf die Welt, wie Du hier  in diesem Geburtsbericht lesen kannst.
In der eingangs gestellten Frage taucht ja auch bereits der Seltenheitswert auf und ich glaube, dass dies der springende Punkt ist!

Denn, hast Du jemals über das Wort „selten“ nachgedacht? Stimmst Du mit mir überein, dass ein seltenes Ereignis auf die Summe aller Ereignisse eine Unwahrscheinlichkeit ist?

Wenn wir uns auf die Geburt eines Kindes vorbereiten und in die Schleife der Vorsorge, Kontrolle und Überwachung rutschen, dann öffnen wir das Feld der Angst, Opfer dieser Unwahrscheinlichkeit zu werden. Der Fokus auf die Unwahrscheinlichkeiten kreiert nämlich angstvolle Gedanken. Die Zellen deines Körpers (und die deines Kindes) hören jeden einzelnen Gedanken, den Du denkst und sie setzen biochemische Prozesse in Gang, die genau das erschaffen, was Du eigentlich verhindern willst.

Warum willst Du Dich nun also auf Komplikationen während der Geburt einrichten? Weshalb möchtest Du Dich auf Verlust einstimmen und auf den Tod, wo doch gerade jetzt alle Zeichen auf Leben hindeuten?

Entwickle Dich doch lieber zur Künstlerin der Wahrscheinlichkeit, indem Du Dein geistiges Potential benutzt.
Kein Spitzensportler würde zu einem Wettkampf antreten, wenn er auf das Verlieren fokussiert. Kein Unternehmer würde eine eigene Firma eröffnen, wenn er überzeugt ist, dass er sowieso scheitern wird. Vor einer Geburt sind so viele Frauen auf Komplikationen und Verlust ausgerichtet, obwohl sie doch den Beweis der Lebenskraft gerade in sich tragen. Wenn Frauen schwanger sind, sind sie der Quelle des Seins so nah.

Wenn Du Deine Haltung und deine Einstellungen, also dein gesamtes Mindset ändern willst und eine wunderschöne Geburt erschaffen willst, dann wandele auf jeden Fall diese zwei Dinge um:

  1. Statt Verlust – wähle Gewinn!
    Frag Dich nicht, was Du verlieren kannst! Sondern frag, was Du gewinnen kannst!
    Steffi, eine Alleingeburtlerin, schrieb mir neulich, dass sie nach der halb geplanten Alleingeburt 5 Meter größer war! Wenn der Gewinn 5 Meter Wachstum an innerer Größe, Selbstvertrauen und purer weiblicher Power bedeutet, dann ist das eines der wunderbarsten Ziele im Leben einer Frau.
  2. Statt Opfer der Unwahrscheinlichkeit – werde lieber Künstlerin der Wahrscheinlichkeit!
    Weil jeder Künstler übt, probiert und experimentiert, wie er bestenfalls in einen automatischen kreativen Fluss hineinkommt, empfehle ich Dir selbiges. Probiere aus, welche mentalen Techniken, Meditationen und Übungen Dich entspannen und wie Du in den Fluss deiner Geburtsvision kommst. Visualisiere täglich Deine Geburtsvision und so du wirst zur Schöpferin und kreierst die Schönste aller Geburten.

Bleib fokussiert, Meisterin!

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Deine Meisterin der Geburt – Jobina Schenk

Beitragsbild © Andrea Danti "New life"

8 Gedanken zu „Die Frage der Geburtskomplikationen meistern“

  1. Vielen lieben Dank dafür. Genau darum kreisen meine Gedanken zur Zeit. Nachdem mein erstes Kind voll Komplikationen zur Welt kam und das zweiter fast schon eine (wunderbare) Sturzgeburt war, bin ich völlig verunsichert, wie es wohl beim dritten sein wird, wenn es ein drittes gibt 😉
    Das Mindset ist in diesem Fall so wichtig! Man hat mir nach dem ersten Kind gesagt ein zweites wäre ausgeschlossen – ich würde sterben. Meine Tochter und ich sind beide am Leben 😛

    Alles Liebe,
    Nadine

    1. Liebe Nadine,

      Ich freue mich sehr, dass Du und Dein zweites Kind trotz solcher Prophezeiungen am Leben seid.
      Etwas in Dir muss dieser Prophezeiung keinen Glauben geschenkt bzw. sich darüber hinweggesetzt haben.
      Das sind die Wunder, die man/frau eben selbst vollbringen muss. Und Du hast das sehr erfolgreich getan! So wie es sich für eine Schöpferin gehört. 😉

  2. Danke Jobina, für diesen wichtigen Beitrag. So erging es mir bei meiner letzten Alleingeburt. Ich spürte, am Ende der Schwangerschaft (38.Ssw), das da was anders war wie sonst. Dieses Gefühl kam ständig in mein Bewusstsein und ich nahm mir öfter eine AusZeiten um da mal genauer nach zu spüren. Mein Kind und diese innere weise Stimme signalisierten mir aber ständig, das dieses Anders Sein nicht bedrohlich für uns sind. Meine Angst schwand und ich fühlte mich tagtäglich mehr gestärkt. Sodass wir sogar mit gutem Gefühl über die Zeit gingen (zwischen 8-10Tage). Mein Kind kam dann mit ausgestreckter Hand zur Welt. Was nicht wirklich Schmerzfrei war, aber zu 100% angstfrei!

  3. Ich habe drei meiner vier Kinder zu Hause geboren mit tollen Hebammen und immer voller Vertrauen. Leider ist mein viertes Kind zwei Wochen nach der Geburt verstorben (schwerer Sauerstoffmangel nach Schulterdystokie). Wie kann ich wieder Vertrauen in meinen Körper und das Baby gewinnen, sollte ich noch einmal schwanger werden? Ich hatte bisher immer ein unerschütterliches Vertrauen in die natürlichen Vorgänge der Geburt, jetzt bin ich erstmals voller Zweifel und Ängste 🙁

    1. Liebe Bel Ra,
      Was unsere Einstellungen zur Geburt betrifft müssen wir unterscheiden. Es gibt die Ängste die uns blockieren, weil wir sie übernommen haben (kollektive Ängste) und Ängste, die wir aufgrund unserer tatsächlich gemachten Erfahrungen haben (individuelle Ängste). Aufgrund Deiner Erfahrungen haben Deine jetzigen Ängste und Zweifel einen hohen Einfluss und sind durch die Emotionen entsprechend stark in den neuronalen Netzwerken Deines Gehirns verknüpft. Deine Erfahrung ist also ein Teil Deiner Persönlichkeit. Für eine komplett neue Geburtserfahrung, die nicht von der vorherigen beeinflusst wird, bedarf es einer sogenannten „Neuprogrammierung“.

      Wenn Du Dich über die Wirkmechanismen des Mindsets und die Möglichkeiten einer Neuprogrammierung einlesen magst, empfehle ich Dir Dr. Joe Dispenza mit seinen Büchern „Schöpfer der Wirklichkeit“ und „Ein neues Ich“ ( https://www.amazon.de/gp/product/386728136X?ie=UTF8 ). Er hält auch viele Umsetzungswerkzeuge bereit, um sich selbst neu auszurichten.

      Wenn es dir schwer fällt, dieses Thema allein zu bearbeiten, empfehle ich Dir einen Therapeuten zur Hilfe zu nehmen.
      Empfehlen könnte ich zum Beispiel das „Matrix Reimprinting“. http://www.therapeutenfinder.com/lexikon/matrix-reimprinting.html

      Dein Verlust und die daraus resultierenden Zweifel und Ängste dürfen einen Raum bekommen. Eine neue Geburtserfahrung sollte jedoch nicht im Schatten der vorherigen existieren müssen. Entwickle Dich darüber hinaus. Lerne, zu manifestieren.

      Alles Liebe für Dich <3

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