Mach bloß keinen Termin mit mir aus!

Ich habe sie noch nie gemocht. Solange ich mich erinnern kann  machten sie mir Stress und erzeugten einen kaum auszuhaltenden Druck. Termine.

Kundentermine, Zahnarzttermine, Verabredungen der Kinder oder ganz simple Dates mit Freunden… ja, sogar mein eigener Geburtstag … ungern, äußerst ungern! Das war mir immer viel zu stressig und bis letzten Sommer tendierte ich dazu einfach zu sagen: Mach bloß keinen Termin mit mir aus!

Willst Du wissen, wie mein „terminlicher Leidensweg“ aussah und welche Erkenntnis mich endlich davon befreit hast? Magst Du wissen, was das vielleicht auch mit Dir und Deiner Schwangerschaft zu tun hat?

Lass mich ein bißchen weiter ausholen.

Ich hatte also diese Stresstendenzen seit ich mich erinnern kann. Einen festen Termin zu haben, bedeutete für mich, dass ich mir bereits im Vorfeld Gedanken machte. Ich bereitete mich auf jeden Termin akribisch vor, denn irgendwer hatte mir mal geraten, dass ich entspannter werden würde, wenn ich nur gut genug vorbereitet wäre. Dass diese Verhaltensweise nicht die Lösung war, sondern nur zu einem übertriebenen Perfektionismus führte wurde mir irgendwann bewusst.

Eine neue Strategie mit Terminen umzugehen musste her. Also versuchte ich keine langfristigen Termine mehr zu machen, sondern nur noch ultrakurze. Höchstens eine Woche im voraus. Nun, ich dachte jetzt also keine 4 Wochen vorher über einen Termin nach, sondern nur noch eine.

Bald darauf warf ich meine Armbanduhr in die Mülltonne und versuchte mir über Suggestion weis zu machen, dass ich alle Zeit der Welt hätte. Das war zu jener Zeit als ich Eckhart Tolle´s Buch „JETZT“ gelesen hatte und bereit war, nicht mehr in der Zukunft zu leben, sondern mehr präsent zu sein. Also im Jetzt! Cooles Vorhaben, wenn man beruflich im Angestelltenverhältnis steckt und der Chef eine Voraus-Monatsplanung von Dir sehen will.

Jegliche Termine regten mich innerlich auf. Ich war angespannt. Nervös. Und mein Herz schlug mir bis zum Hals. Da war einfach diese innere Unruhe, die mich regelmäßig zum Schwitzen brachte.

In meiner eigenen Ausbildung zum Online®Therapeut/Coach bekam ich dann endlich mal die Gelegenheit mein diffuses Terminproblem näher anzuschauen. In einer Rückführung entdeckte ich eine Situation in meiner Kindheit, von der ich nun glaubte, sie wäre der Auslöser gewesen.

So nahm ich mir vor, nie wieder zu spät zu kommen

Ich muss ungefähr 10 oder 11 Jahre alt gewesen sein, da stand ein Termin für einen Kieferorthopäden an. Ein sehr rarer Termin auf den wir eh schon lange warten mussten. Ich wusste, dass meine Mutter dafür vorzeitig ihre Arbeit niederlegen würde und wir hatten klare Absprachen getroffen, dass ich mit meinem Bruder unmittelbar nach der Schule in die Stadt laufen würde, um im Wartezimmer der Zahnklinik auf meiner Mutter zu warten. Alles schien perfekt organisiert.

Der Tag kam und ganz plötzlich hatte ich gar keinen regulären Unterricht, sondern einen Schul-Ausflug mit einer Kremser (Pferdekutsche mit Planwagen). Es kam wie es kommen musste, die Pferde liefen nicht schnell genug, die Kremserfahrt zog sich künstlich in die Länge und ich schaute bereits bangend auf die Kirchturmuhr, an der wir gemächlich vorbei trabten.

Als wir in die Hauptstrasse einbogen, die zur Zahnklinik führte sah ich bereits meinen großen Bruder laufen. Ich fuhr jedoch auf der Kremser sitzend in die entgegen gesetzte Richtung zurück zur Schule, wo wir erst rausgelassen werden sollten. Mein Bruder entdeckte mich sogar auf der Kremser, winkte aufgeregt und rief mir zu, ich solle jetzt da runter kommen, wir müssen jetzt zum Zahnarzt.

Doch ich kam von dieser Kutsche nicht herunter. Mit mir waren 28 Kinder auf der Fahrt und ich saß ganz hinten. Mein Rufen zum Fahrer der Kremser „Können Sie mich hier rauslassen?“ ging kläglich unter. Ich verstummte, zog hilflos die Schultern und blickte meinen Bruder nach. Seinen letzten Blick habe ich nie vergessen. Es war dieser Wegen-Dir-werde-ich-Ärger-bekommen-Blick, den größere Geschwister drauf haben, denen die Verantwortung für kleinere übergestülpt wird.

An der Schule angekommen, stieg ich von der Kremser, nahm meine Beine in die Hand und rannte so schnell ich konnte die 3km zurück zur Zahnklinik. Dort angekommen sah ich weder meinen Bruder, noch meine Mutter im Wartezimmer sitzen. Erst dachte ich, sie wären noch gar nicht da. Dann überlegte ich, dass sie vielleicht schon im Behandlungszimmer wären. Ich saß also da, wartete und starrte auf den gelben Linoleumboden.

Als die Sprechstunde zu Ende ging, entdeckte mich die Zahnarzthelferin, die mich fragte wer ich bin und warum ich hier sitzen würde. Sie erklärte mir dann, dass meine Mutter schon laaaange weg wäre und schickte mich nach Hause.

Zu Hause angekommen spürte ich gleich, dass ich wohl Mist gebaut hatte. Meiner freudigen Begrüßung, dass ich sie endlich wieder gefunden hatte, folgte ein eisiges Schweigen. Niemand redete mit mir. Tagelang -gefühlte 2 Wochen- ließen sie mich regelrecht auflaufen. Ich fühlte einen Liebesentzug. Die Härte meiner wichtigsten Bezugspersonen, die mir jetzt entgegenschlug war so schmerzhaft. Ihre Blicke ließen mich wissen, dass sie von mir enttäuscht waren. Und obwohl ich in meinem kleinen Kinderherzen wusste, dass es irgendwie doch gar nicht mein Verschulden war, sondern diese blöde Kremserfahrt dazwischen kam … so nahm ich mir vor, NIE WIEDER ZU SPÄT ZU KOMMEN.

Nachdem ich mir dieses zurückschauenden Ereignisses bewusst geworden war, erkannte ich, dass ich mir selbst diesen inneren Termindruck bescherte, da ich damals eine sehr machtvolle Absicht getroffen hatte. Ich hatte mir zutiefst geschworen, dass mir dies nie wieder passieren wird. Ich löste also diese Absicht auf, nahm eine neue Haltung zu Terminen ein und dachte, ich hätte mein Terminproblem gelöst.

Mein Empfinden änderte sich jedoch nicht. Ich litt weiter unter einer Stress-Symptomatik, die sich in meinem Dasein als 3fache Mama zu verschlimmern schien. Denn jetzt hing mein Pünktlichsein nicht nur von mir ab, sondern auch von meinen Kindern. Ein nicht auffindbares Kleidungsstück, ein kurz vor Abflug gesetzter Schiss in die Windel, ein Bummeln, ein Trödeln … und schon war die Panik wieder da. Die Panik, zu spät zu kommen.

Was bedeutet es, zu spät zu kommen?

Erst im Sommer letzten Jahres, als ich mitten in der Vorbereitung auf ein gemeinsames Tagesseminar mit der Rückführung- und Reinkarnationsexpertin Ingrid Vallières steckte, platze bei mir endgültig der Knoten. Denn in dem Nachspüren, was das Zu-spät-kommen wirklich für mich bedeutete, fand ich die Antwort.

Nicht pünktlich zu sein bedeutete, dass jemand anderes dafür leiden muss. Dass jemand anderes Schmerzen hätte. Wegen mir. Wegen meines Zu-spät-kommens. 

Krass! Woher kam das?

Und urplötzlich sah ich meine Mutter vor meinem inneren Auge. Am Tag meines Geboren Werdens. Ich sah, wie sie da in ihrem Kreissaalbett lag. Am Wehentropf. Mit immensen Schmerzen. Mit einem medikamentös erzeugten Druck, von dem sie glaubte, er würde ihre Schädeldecke anheben. Einem Sturm von Wehen ausgesetzt, denen sie kaum noch stand halten konnte. Darüber nachdenkend, dass sie dabei sterben würde …

Der Grund ihres Schmerzes war mein Geburtstag.

Weil ich bereits zu meiner eigenen Geburt zu spät gekommen war, wurde gegen den Willen meiner Mutter die Geburt nach 10 Tagen eingeleitet.

Ich trug also all die Jahre meinen eigenen Terminstress von der Geburt mit mir herum. Es war, als hätte man mir am Tag meiner Geburt eine Visitenkarte ausgestellt, auf der nicht mein Name stand, sondern „Die, die zu spät kommt.“

Das war also die Ursache. Ich hatte die Verantwortung über den Einleitungsschmerz meiner Mutter auf meine eigene Kappe genommen. Der Grund ihres Schmerzes war mein Geburtstag. Die Fahrt mit der Kremser war nur eine Wiederholung. Die Geburtseinleitung meiner ersten Tochter war auch nur eine Wiederholung. Und obwohl ich meine nachfolgenden Kinder nicht mehr einleiten ließ, sondern ganz friedlich an ET+12 und ET+20 gebar, lebte ich immer noch diesen Terminstress. Bis zum letzten Sommer.

Eine der bedeutsamsten Aussagen von Ingrid Vallières zu diesem Thema ist:

„So wie die Geburt verläuft, verläuft das Leben.

Die Geburt ist die Visitenkarte des Kindes.“

Doch sie hält noch mehr wichtige Erkenntnisse aus der Rückführungs- und Reinkarnationstherapie bereit. Erkenntnisse, die uns helfen, noch besser zu verstehen, warum wir gewisse Themen im Leben mit uns herum tragen. Es sind auch Erkenntnisse, die uns helfen, unsere Kinder besser zu verstehen.

Ich freue mich daher sehr, dass ich Dir das Seminar „Abenteuerreise Geburt und Reinkarnation“ auch zur Verfügung stellen darf. Denn das  ursprüngliche Live-Seminar wurde aufgezeichnet und durch eine Selbstanalyse ergänzt, so dass Du ganz bequem von zu Hause aus, dein Abenteuer der Geburt erforschen kannst.

Hier geht es zum Seminar: KLICK

Darüber hinaus, möchte ich wirklich aus ganzem Herzen sensibilisieren, das Thema Geburtseinleitung neu zu hinterfragen. Wenn Stress bereits unter der Geburt gelegt wird … was dürfen wir dann von der Zukunft erwarten, wenn Generationen von Kindern unter der Last von ET-Regelungen zur Welt kommen muss?

Beitragsbild Fotolia © Jenny Sturm

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