Nebenher eine Alleingeburt: Muriel

Mach es Dir gemütlich! Es gibt wieder einen wunderbaren Geburtsbericht!

Lyrisch verfasst von der Künstlerin Selina:

***

Geburt Muriel

Es ist wie ein Nebenher. Dieses Kind, es ist wie ein Nebenher.
Die Entstehung, ein Nebenher.
Die Entscheidung dafür allerdings hart erkämpft, gerungen, durchstanden.
Nebenher die Schwangerschaft.
Nebenher die Geburt.
Doch jetzt ist sie da, ganz DA!

Noch ist es dunkel, friedlich, wenigstens im Außen. Doch in mir bereitet sich etwas vor. Bereitet sich auf die große Reise vor.


Ich bin ruhig, friedlich und doch gespannt.
Tief innen bin ich sicher, dass die Reise begonnen hat, doch es fühlt sich so zögerlich an. Irre ich?
Wie überbrücke ich die Zeit? Gedanken huschen. „etwas was lange dauert: Marmelade einkochen“ „Sauber machen“ „einen Spaziergang machen“
Während des Aufräumens lausche ich immer wieder in mich hinein. Bin so friedlich, bin so klar, bin so eins.
Ausruhen! wer weiß wofür ich meine Kraft noch brauche werde. Dösend, schlummernd liege ich ein Weilchen. Zum Schlafen ist mir nicht zumute. Zu fröhlich, aufgeregt bin ich.
Ich verweile nun seit einer Stunde in jenem neugierig, friedlichem Zustand. Ich möchte nicht mehr alleine sein. Möchte teilen.
„Ich glaube es ist soweit“
Schlaftrunken verlässt er das Bett, versucht sich zu sammeln, versucht die Situation zu greifen.
„Ist die Hebamme informiert?“
Wie aus weiter Ferne nehme ich die murmelnde Stimme am Telefon wahr.
Meine Aufmerksamkeit gilt einer Wehe- sie ist stark und gut. JA so soll es sein! Ich möchte sie unterstützen, möchte sie vorantreiben. Möchte mich umhüllen mit dem Duft der Geburt. Möchte meine Gebärmutter bestärken. Hole mir das Öl um anzufeuern was da glimmt.
Zwei weitere Wehen, der Druck wird stärker. Ich bin überrascht, erstaunt über die Kraft.
Jetzt schon?
Kann ich das lange durchhalten?
Ich werde Wachsam: ich muss zur Toilette- ein Gefühl dass ich kenne.
Die Tür- verschlossen. In mir macht sich Unruhe breit. Soll ich nach unten? Nein, das schaff ich nicht. Ich bin wachsam! Ich hämmere gegen die Türe.
Welch eine Erleichterung, sie öffnet sich!
Der Druck ist enorm, ich presse, ich taste, ich fühle, ich greife, ich begreife! Ich rufe! Ich begrüße!
In meinen Händen ein Bündel. Ein Bündel des Glücks!
Mein Blick hebt sich, ich sehe in das erstaunte, überraschte, erschrockene Gesicht meines Liebsten.
Das Kind ist da!
Ich drehe das Bündel, ich sehe das Gesichtchen, die pechschwarzen Haare, das zarte Körperchen!
In mir kichert es, ich wusste es, wir beide machen das alleine, ganz nebenher, so wie bisher!

„Was machen wir jetzt?“
Die fast barsch hervorgestammelte Frage holen mich ins hier und jetzt.
„Handtücher, hol´ Handtücher!“
Er war im Begriff davonzueilen, doch da wendet sich mir sein Gesicht zu- erschrocken, verunsichert.
„Alana ist da“
Ich sehe sie, meine Kleine-Große, ich sehe in ihr Gesicht. Ich sehe ihre Beklommenheit. „was ist passiert?“
„Alana, das Baby ist da!“
Ihre Miene erhellt sich, sie lächelt, guckt neugierig.
In mir kichert es erneut: Alana, in dir schlummert eine Hebamme!

Das Bündel neuen Lebens trage ich vorsichtig, in Handtücher gewickelt, humpelnden Ganges ins Zimmer. Begleitet von meinem Liebsten und meiner größten Tochter.
Aufgeregt weckt sie den großen Bruder.
„Was ist es denn?“
Ein Mädchen, Muriel Jolanda Demeter, willkommen in unserer Mitte!

***

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Beitragsbild& Text © Unika(r)t by Selina Prünster

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