Während die Gesamtzahl der Geburten in Deutschland 2025 auf den niedrigsten Stand der Nachkriegszeit fällt, verzeichnet auch die Erfassung für Alleingeburten einen extremen Rückgang.
Bis Ende April 2026 wurden 87 Alleingeburten deutschsprachiger Mütter erfasst – geplant und ungeplant, zu Hause, im Wasser, im Auto oder unter freiem Himmel. Von den 56 geplanten Alleingeburten konnten 52 tatsächlich ohne fremde Hilfe stattfinden. Die Abbruchrate liegt bei nur 7 %, die Kaiserschnittrate bei 3,5 %.
Dieser Bericht beleuchtet nicht nur Zahlen und Orte, sondern auch die Vielfalt der Geburtsverläufe bis zu den traurigen Ausnahmen, die uns mahnen.
Anzahl der erfassten Alleingeburten in D-A-CH sowie deutschsprachiger Frauen im Ausland
Für das Jahr 2025 wurden bis zum Stand 30. April 2026 bisher 87 Alleingeburten registriert.
Erfasst wurden Geburten im deutschsprachigen Raum bzw. deutschsprachiger Mütter im Ausland, davon in:
- Deutschland: 63
- Österreich: 9
- Schweiz: 2
- anderes Ausland: 13 (Frankreich: 1, Italien: 3, Neuseeland: 1, Niederlande: 1, Norwegen: 1, Portugal: 2, Serbien: 1, Slowenien: 1, Spanien: 1, Zypern: 1)
Insgesamt gingen 56 geplante und 31 ungeplante Alleingeburten in die Erfassung ein.
Geplante Alleingeburten 2025
Von 56 geplanten Alleingeburten wurden 52 als solche durchgeführt.
Vier (4) geplante Alleingeburten wurden jedoch unter der Geburt abgebrochen, dadurch ergibt sich für 2025 eine Abbruchrate von 7 % .
Während eine (1) geplante Alleingeburt in Anwesenheit eines Arztes, aber ohne ärztliches Zutun, erfolgreich als Hausgeburt beendet werden konnte (Geburtsbericht hier); sind drei (3) andere Geburten ins Krankenhaus verlegt worden. Dadurch ergibt sich eine subpartale Verlegungsrate von 5 % .
In allen drei Fällen hatten die Mütter die Notwendigkeit der Verlegung erkannt und selbstbestimmt bzw. gemeinsam mit dem Partner organisiert. Eine (1) abgebrochene Alleingeburt konnte dann in der Klinik als Vaginalgeburt mit Interventionen beendet werden. Zwei (2) Geburten endeten mit einem Kaiserschnitt.
Aus den erfassten Alleingeburten des Jahres 2025 ermittelt sich derzeit eine Kaiserschnittrate von 3,5 %.
Die nachgeburtliche Verlegungsrate, wegen mütterlicher Probleme nach einer geplanten Alleingeburt, beträgt aktuell 5,7 %. Konkret betraf es drei (3) Mütter. Die Verlegungsgründe waren: Ausbleibende Plazentageburt, Blutung und zur Nahtversorgung einer Geburtsverletzung.
Die nachgeburtliche Verlegungsrate, wegen kindlicher Probleme nach einer geplanten Alleingeburt, liegt derzeit bei 4,3 % .
✝ Für zwei (2) Kinder, die per geplanter Alleingeburt geboren wurden, musste unmittelbar nach der Geburt ein Rettungswagen gerufen werden, da sie nicht atmeten. Mehr dazu unter dem Punkt Sterblichkeit.
Ungeplante Alleingeburten 2025
Eine ungeplante Alleingeburt erlebten im Jahr 2025 mindestens 31 Frauen, jedoch waren elf (11) bereits auf eine Hausgeburt vorbereitet und gebaren ihr Kindchen schon mal ohne die Anwesenheit der Hebamme, wie z.B. in Rödinghausen
Eine Frau hatte geplant im Geburtshaus zu gebären, brachte aber ihr Kind kniend im Auto zur Welt.
Neunzehn (19) Frauen hatten geplant, im Krankenhaus zu entbinden, dazu kam es jedoch nicht, denn sie gebaren ihr Kind bereits auf dem Weg dorthin (13) oder noch zu Hause (6).
Geburt im Auto
🚗 Mindestens (13) Kinder wurden im Jahr 2025 in einem Auto geboren, zehn Fälle finden sich in den Artikeln folgender Presseberichte:
- A29, Wardenburg (Niedersachsen)
- A95, München (Bayern)
- Kiel (Schleswig-Holstein)
- Lentföhrden/Bad Segeberg (Schleswig-Holstein)
- Schwedt (Brandenburg)
- Holzkirchen (Bayern)
- Aachen (Nordrhein-Westfalen)
- B42, Wiesbaden (Hessen)
- A22 Tunnel, Wien (Österreich)
- A14 Schlins (Österreich)
Alle ungeplanten Alleingeburten, die im Krankenhaus geplant waren, wurden nach erfolgreicher Geburt trotzdem „vorsichtshalber“ noch dorthin verlegt.
✝ In der Gruppe der ungeplanten Alleingeburten ist ebenfalls ein Kind verstorben. Aufgrund eines schweren Sauerstoffmangels verstarb es trotz Reanimation und maximal intensivmedizinischer Versorgung im Koma nach 19 Tagen.
Geburtslagen der Kinder
(alle durchgeführten -nicht abgebrochenen- Alleingeburten, geplant und ungeplant, Einlinge und Zwillinge, n=84)
- in Schädellage (SL): 78
- in Beckenendlage (BEL): 5
Unter den in Schädellage geborenen Kindern, erblickten 74 in der Vorderen Hinterhauptslage und vier (4) Kinder als Sternengucker (Hintere Hinterhauptslage) das Licht der Welt. Einer Mutter gelang es, ihr Baby, welches bis kurz vor der Geburt in der Sternenguckerposition lag, durch gezielten Positionswechsel in die Vordere Hinterhauptslage zu bitten.
Ein Kind (1) kam mit der Hand am Kopf zur Welt.
Mit einer Glückshaube bzw. in ihrer intakten Fruchtblase wurden 2025 drei (3) Kinder geboren.
Bei einer Zwillingsalleingeburt wurde das führende Kind aus SL und das folgende in BEL geboren.
Die Nabelschnur um den Hals gewickelt hatten 13 % der Neugeborenen, 6 % der Kinder sogar mehrmals. Eine (1) Mutter entdeckte bei ihrem Kind einen echten Nabelschnurknoten, eine (1) andere meldete eine Ansatz-Anomalie (Insertio velamentosa) .
Bezugnehmend auf die Kindliche Sterblichkeit befanden sich zwei (2) Kinder in Schädellage und ein (1) Kind in Beckenendlage bzw. Fußlage.
Geburtsmedium: Wassergeburt oder Land?
(alle durchgeführten -nicht abgebrochenen- Alleingeburten, geplant und ungeplant; n=83)
Zum Zeitpunkt der Austrittsphase befanden sich die Gebärenden bei der Alleingeburt:
- an Land / im Trockenen: 54
- im Wasser: 26
- ohne Angabe: 3
Raum der Geburt
Der mit 31 % am häufigsten genutzte Raum für eine Alleingeburt war das Badezimmer/Toilette, gefolgt vom Wohnzimmer (24 %). Andere Zimmer innerhalb einer Wohnung (Kinderzimmer, Gästezimmer, Arbeitszimmer) waren mit 17 % und das Schlafzimmer mit 6 % der jeweilige Ort der Niederkunft. Auch außerhalb einer Wohnung wurden Alleingeburten gemeistert: 16 % fanden in einem Fahrzeug statt und weitere 6 % unter freiem Himmel.
Gebärpositionen
(alle durchgeführten -nicht abgebrochenen- Alleingeburten, geplant und ungeplant; n=83)
Während der Austrittsphase des Kindes befanden sich die Mütter bei einer Alleingeburt in folgenden Gebärhaltungen:
- kniend: 25, davon im Hirtenstand: 7
- Vierfüßlerstand: 12
- Hocke: 7
- wechselnde aufrechte Gebärpositionen, z.B. stehend bis der Kopf geboren, dann auf die Knie: 7
- stehend: 6
- Vierfüßlerhocke: 3
- Seitenlage: 2
- sitzend, z.B. auf dem WC: 1
- halb liegend/halb sitzend, z.B. in der Badewanne: 1
- Rückenlage: 1
- unbekannt: 18
Geburtsverletzung bei Alleingeburt
Insgesamt 64 Mütter, mit einer vollständig durchgeführten Alleingeburt, geplant und ungeplant, beantworteten die Frage: Hattest Du eine Geburtsverletzung?, mit folgenden Ergebnissen:
- nein, nichts: 28
- ja, aber nur Schürfung: 2
- ja, Rissverletzung: 8
Die Geburtsverletzungsrate -der Definition nach eine Rissverletzung- liegt somit bei 12,5 %. Mit anderen Worten: Im Jahr 2025 blieben mehr als 8 von 10 Müttern bei einer Alleingeburt verletzungsfrei.
In der Versorgung dieser acht (8) Rissverletzungen wurde in zwei (2) Fällen eine Nahtversorgung vorgenommen, alle anderen heilten selbst aus.
Sterblichkeit
✝ Bedauerlicherweise gab es im Jahr 2025 insgesamt drei kindliche Todesfälle im Rahmen einer Geburt ohne medizinische Geburtshilfe. Die Obduktionen der Kinder hatten ergeben, dass der Todeszeitpunkt in zwei Fällen bereits vor der Geburt (antepartal) und einem Fall unter der Geburt (subpartal) eingetreten war.
Eine trauende Mutter hat ihren Geburtsbericht zur Verfügung gestellt: Stille Alleingeburt
Mütterliche Sterbefälle wurden nicht bekannt.
Alleingeburten im Jahresvergleich
Das Statistische Bundesamt titelte am 28.04.2026: Zahl der Geburten sinkt im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand der Nachkriegszeit.(siehe Pressemitteilung)
Auch innerhalb der Alleingeburten-Erfassung zeigt sich ein deutlicher Geburtenrückgang. Im Vergleich zum Vorjahr 2024 ist die Anzahl der erfassten geplanten Alleingeburten 2025 um 58,5 % gesunken.
Da diese kumulierende Erfassung kein Enddatum hat, können auch in Folgejahren noch Geburten zum Jahr 2025 gemeldet und nachgetragen werden. Die Zahlen werden in regelmäßigen Abständen angepasst.
Zudem bildet diese Studie nicht die absolute Menge an Alleingeburten und deren Ergebnisse ab, sondern nur den Teil, der aufgrund freiwilliger Meldungen durch die Mütter oder aufgrund der Recherche ermittelt und herausgearbeitet werden konnte. Trotz höchster Konzentration und bestem Gewissen gilt: Alle Angaben ohne Gewähr.
Jobina Schenk
Weitere aufschlussreiche Ergebnisse findest Du in: Die Wahrheit über Alleingeburten*
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