Alleingeburten-Erfassung

Aktuelle Anzahl erfasster Alleingeburten

In den Monaten Januar bis September 2022 sind bisher 94 Alleingeburten erfasst. (Stand 01.10.2022)

Erfasst wurden Geburten deutschsprachiger Mütter in

  • Deutschland: 77
  • Österreich: 4
  • Schweiz: 2
  • anderes Ausland: 11 -> (Irland (2), Frankreich (2), Nicaragua (1), Lanzarote (1), Paraguay (1), Tansania (1), Guatemala (1), Kroatien (1), Brasilien (1)

Verhältnis geplante und ungeplante Alleingeburten

Insgesamt gingen 69 geplante und 25 ungeplante Alleingeburten in die Erfassung ein.

  • Geplant und begonnen wurden 69 Alleingeburten, davon wurden 67 auch als solche erfolgreich beendet. Eine Mutter mit Zustand nach Kaiserschnitt brach ihr Vorhaben nach 12 Std. Geburtsarbeit und Schmerzen in der Narbengegend ab, veranlasste eine Verlegung ins Krankenhaus, wo erneut ein Kaiserschnitt durchgeführt wurde. Eine andere Mutter, brach ihr Vorhaben als Erstgebärende aufgrund von Schmerzen und Unsicherheit ab und veranlasste selbstbestimmt eine Verlegung ins Krankenhaus, wo die Geburt als Vaginalgeburt mit Interventionen beendet wurde.  
  • Ungeplante Alleingeburten erlebten 25 Gebärende. Jedoch waren zwölf (12) von ihnen bereits planmäßig auf eine Hausgeburt vorbereitet und gebaren ihr Kindchen schon mal ohne die Anwesenheit der Hebamme. Dreizehn (13) Geburten waren eigentlich als Geburt im Krankenhaus geplant, wovon fünf (5) Mütter ihr Kind im Auto gebaren und acht (8) weitere schon zu Hause. Alle Geburten die im Krankenhaus geplant waren, wurden nach erfolgreicher Geburt trotzdem “vorsichtshalber” noch dorthin verlegt. In mindestens einem Fall war eine Geburtsverletzung aufgetreten und eine Nahtversorgung nötig.

Nachgeburtliche Verlegungen

  • Bei einer geplanten und durchgeführten Alleingeburt bemerkte eine Drittgebärende, dass sich die Plazenta offenbar nicht löste. Außerdem nahm sie bei sich Kreislaufprobleme und einen erhöhten Blutverlust wahr. Da sich die Mutter allein in der Wohnung befand, rief sie eigenständig einen Rettungswagen für eine Verlegung ins Krankenhaus. Dort erfolgte eine manuelle Lösung der Plazenta in Vollnarkose. Anamnestisch bekannt waren ein Zustand nach Kaiserschnitt, sowie ein Zustand nach Ausschabung, welche diese Plazenta-Löse-Störung inklusive Blutverlust verursacht haben könnte. Es ging alles gut aus, die Mama, die sich quasi selbst gerettet hat, konnte nach 7 Tagen das Krankenhaus mit ihrem Baby wieder verlassen.
  • Eine weitere Verlegung nach der Geburt wurde notwendig, da eine Zweitgebärende mit insulinpflichtigem Diabetes mellitus Typ 1 sicherstellen wollte, ob ihr Kindchen ok ist. Auch hier ging alles gut aus.

Geburtslagen der Kinder

Durch 94 Alleingeburten wurden 93 Einlinge und ein Zwillingspaar geboren.

  • in Schädellage: 92, davon kamen zwei Kinder als Sternengucker (Hintere Hinterhauptslage), ein Kind in intakter Fruchtblase (Glückshaube), ein (1) Kind mit der Hand am Kopf und ein (1) Kind mit der Hand unterm Kinn zur Welt
  • in Fußlage: 1
  • die Geburtslagen der Zwillinge sind noch nicht erfasst

Geburtsmedium

Zum Zeitpunkt der Austrittsphase befanden sich die Gebärenden:

  • im Wasser: 16
  • im Trockenen/ “an Land”: 61
  • ohne Angabe: 17

Geburtsverletzungen

Bei 71 Müttern mit einer erfolgten Alleingeburt, sowohl geplant als auch ungeplant, wurde nach einer Geburtsverletzung gefragt.

  • ja: 26
  • nein: 45
  • ohne Angabe: 23

Sechsundzwanzig (26) Frauen bejahten diese Frage, dagegen blieben 45 komplett verletzungsfrei.

In der Aufschlüsselung der genannten Verletzungen gab es:

  • Zwölf (12) Schürfungen, die selbst abheilen durften;
  • vier (4) Dammrisse 1. Grades und
  • zwei (2) Dammrisse unbekannten Grades, welche der Selbstheilung überlassen wurden.

Desweiteren gab es:

  • einen (1) Dammriss unbekannten Grades mit Nahtversorgung durch eine Hausgeburtshebamme
  • einen (1) Fall mit Dammriss 2. Grades und Labienriss, Nahtversorgung durch eine Wochenbetthebamme
  • zwei (2) Dammrisse unbekannten Grades mit Nahtversorgung im Krankenhaus
  • einen (1) Dammriss 2. Grades mit Nahtversorgung im Krankenhaus
  • einen (1) Fall mit Labien- und Scheidenriss mit anschließender Nahtversorgung im Krankenhaus
  • einen (1) Kaiserschnitt (im Falle der abgebrochenen verlegten Alleingeburt)
  • einen (1) Dammschnitt (im Falle der abgebrochenen ins KH verlegten Vaginalgeburt)

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