Alleingeburten-Erfassung

2024


2023

Aktuelle Anzahl erfasster Alleingeburten

In den Monaten Januar bis Dezember 2023 sind bisher 134 Alleingeburten erfasst. (Stand 01.04.2024)

Erfasst wurden Geburten im deutschsprachigen Raum bzw. deutschsprachiger Mütter im Ausland:

  • Deutschland: 100
  • Österreich: 9
  • Schweiz: 8
  • anderes Ausland: 17 -> Bosnien (1), Dom. Republik (1), Ecuador (1), Frankreich (1), Großbritannien (1), Italien (3), Mexiko (1), Nicaragua (1), Norwegen (2), Paraguay (1), Portugal (1), Rumänien (1), Spanien (1), Türkei (1)

Verhältnis geplante und ungeplante Alleingeburten

Insgesamt gingen 83 geplante und 50 ungeplante Alleingeburten in die Erfassung ein. Von einer weiteren war der Plan nicht bekannt.

  • Geplant und begonnen wurden 83 Alleingeburten, davon wurden 79 auch als solche erfolgreich durchgeführt.
  • Vier geplante Alleingeburten wurden unter der Geburt abgebrochen, dadurch ergibt sich für 2023 eine Abbruchrate von 4,8 % .
  • Die drei abgebrochenen Alleingeburten wurden, nach selbstbestimmter Verlegung, in einer Klinik jeweils als Vaginalgeburt, z.T. mit Interventionen, beendet. Verlegungsrate 4,5 %
  • Eine geplante Alleingeburt wurde nach Verlegung ins Krankenhaus mit einem Kaiserschnitt beendet. Kaiserschnittrate 1,2 %.
  • Ungeplante Alleingeburten erlebten 50 Gebärende. Jedoch waren einunddreißig (31) von ihnen bereits planmäßig auf eine Hausgeburt vorbereitet und gebaren ihr Kindchen schon mal ohne die Anwesenheit der Hebamme. Neunzehn (19) Kinder sollten eigentlich im Krankenhaus zur Welt kommen, doch sechs (6) Mütter gebaren ihr Kind bereits zu Hause, zwölf (12) im Auto und eine (1) auf einem Schiff (Fähre). Alle neunzehn Geburten die im Krankenhaus geplant waren, wurden nach erfolgreicher Geburt trotzdem “vorsichtshalber” noch dorthin verlegt.
  • Eine Alleingeburt, deren eigentlicher Geburtsplan bzw. -ort nicht bekannt ist, kann hier nachgelesen werden.

Nachgeburtliche Verlegungen bei geplanter Alleingeburt

  • In der Gruppe jener Frauen mit geplanter und durchgeführter Alleingeburt gab es im Nachgang fünf (5) Verlegungen ins Krankenhaus, davon viermal (4) selbstbestimmt und einmal (1) fremdbestimmt. Die nachgeburtliche Verlegungsrate beträgt für 2023 derzeit 6,3 % .

Geburtslagen der Kinder

Durch 130 Alleingeburten wurden insgesamt 132 Kinder (128 Einlinge und zwei Zwillingspaare) in folgenden Geburtslagen geboren:

  • in Schädellage: 128, davon fünf (5) Kinder als Sternengucker (Hintere Hinterhauptslage), drei (3) Kinder mit Hand oder Arm am Kopf (Superman-Pose), sowie
  • in Beckenendlage: 2.
  • Die Geburtslagen eines Zwillingspaares sind bisher nicht erfasst. (2)

Geburtsmedium

Zum Zeitpunkt der Austrittsphase befanden sich die Gebärenden:

  • im Wasser: 28
  • im Trockenen/ “an Land”: 95
  • ohne Angabe: 7

Geburtsverletzung

Hattest Du eine Geburtsverletzung?, insgesamt 92 Mütter beantworteten diese Frage; davon:

  • ja: 44
  • nein: 48
Selbstheilende Geburtsverletzungen (33):
  • Siebzehn Mal (17) “nur” Schürfungen, die selbst abheilen durften;
  • fünfmal (5) Labienriss,
  • ein (1) Scheidenriss,
  • sechs (6) Dammrisse 1. Grades bzw. unbekannten Grades und
  • vier (4) Dammrisse 2. Grades, welche der Selbstheilung überlassen wurden.
Nahtversorgte Geburtsverletzungen (11):

Im häuslichen Setting wurden neun (9) Frauen durch eine Hausgeburts- oder Wochenbetthebamme nahtversorgt, zwei (2) Frauen wurde nach Verlegung im Krankenhaus nahtversorgt. Die Arten der Verletzungen gliedern sich folgendermaßen auf:

  • zwei (2) Labienrisse,
  • zwei (2) Scheidenrisse,
  • zwei (2) Dammrisse unbekannten Grades,
  • ein (1) Dammriss 1. Grades,
  • zwei (2) Dammrisse 2. Grades und
  • zwei (2) nicht näher bezeichnete “Risse”.

Von 92 Müttern, die eine Alleingeburt –geplant oder ungeplant–meisterten, zogen sich 27 eine Riss-Verletzung zu. Unabhängig von der jeweiligen Versorgung dieser Rissverletzung (ob Naht oder Selbstheilung) betrug die Geburtsverletzungsrate 29,3 %. Mit anderen Worten: 7 von 10 Frauen blieben bei einer Alleingeburt verletzungsfrei.

Alleingeburten im Jahresvergleich

Die Anzahl der erfassten Alleingeburten waren in den Pandemie-Jahren 2020 und 2021 bisher am höchsten. “Wegen Corona” bzw. der auferlegten Regeln, –von 2G bis 3G, Testzwang, Maskenpflicht und Kreißsaalverboten für Geburtsbegleiter– veranlasste die Schwangeren, ihr Kind dann lieber doch zu Hause und ohne Hebamme zu gebären. 2022 normalisierten sich diese Zahlen auf ein Vor-Pandemie-Niveau. 2023 brach die Zahl der geplanten Alleingeburten um die Hälfte ein.

Trotz höchster Konzentration, bestem Wissen und Gewissen gilt: Alle Angaben ohne Gewähr. Ich bin ein Mensch, keine KI.

Jobina Schenk


Du hattest auch eine Alleingeburt? Geplant? Ungeplant? Abgebrochen? Bitte nimm an der kumulativen Erfassung teil.

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Weitere Auswertungen findest in: Die Wahrheit über Alleingeburten.

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