Alleingeburten-Erfassung

Aktuelle Anzahl erfasster Alleingeburten

In den Monaten Januar bis Dezember 2022 sind bisher 140 Alleingeburten erfasst. (Stand 04.01.2023)

Erfasst wurden Geburten deutschsprachiger Mütter in:

  • Deutschland: 120
  • Österreich: 5
  • Schweiz: 2
  • anderes Ausland: 13 -> (Irland (2), Frankreich (2), Nicaragua (1), Lanzarote (1), Paraguay (1), Tansania (1), Guatemala (1), Kroatien (1), Brasilien (1), Mexiko (2)

Verhältnis geplante und ungeplante Alleingeburten

Insgesamt gingen 106 geplante und 34 ungeplante Alleingeburten in die Erfassung ein.

  • Geplant und begonnen wurden 106 Alleingeburten, davon wurden 103 auch als solche erfolgreich beendet. Drei geplante Alleingeburten wurden unter der Geburt abgebrochen, dadurch ergibt sich aktuell eine Abbruchrate von 2,8% . Warum wurden diese abgebrochen? Eine Mutter, mit Zustand nach Kaiserschnitt, brach ihr Vorhaben nach 12 Std. Geburtsarbeit und Schmerzen in der Narbengegend ab, veranlasste eine Verlegung ins Krankenhaus, wo erneut ein Kaiserschnitt durchgeführt wurde. Eine andere Mutter, brach ihr Vorhaben als Erstgebärende aufgrund von Schmerzen und Unsicherheit ab und veranlasste selbstbestimmt eine Verlegung ins Krankenhaus, wo die Geburt als Vaginalgeburt mit Interventionen beendet wurde. Eine dritte Gebärende, mit Zustand nach Kaiserschnitt und dem Kind in Beckenendlage, brach ihr Vorhaben ebenfalls ab und bekam nach Verlegung ins Krankenhaus erneut einen Kaiserschnitt. Somit ergibt sich bei allen begonnenen Alleingeburten eine Kaiserschnittrate von 1,8%.
  • Ungeplante Alleingeburten erlebten 34 Gebärende. Jedoch waren achtzehn (18) von ihnen bereits planmäßig auf eine Hausgeburt vorbereitet und gebaren ihr Kindchen schon mal ohne die Anwesenheit der Hebamme. Fünfzehn (15) Geburten waren eigentlich als Geburt im Krankenhaus geplant, wovon sechs (6) Mütter ihr Kind im Auto gebaren und neun (9) weitere schon zu Hause. Alle Geburten die im Krankenhaus geplant waren, wurden nach erfolgreicher Geburt trotzdem “vorsichtshalber” noch dorthin verlegt. In mindestens einem Fall war eine Geburtsverletzung aufgetreten und eine Nahtversorgung nötig. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass von einer ungeplanten Alleingeburt ist der eigentliche Plan nicht bekannt ist.

Nachgeburtliche Verlegungen bei geplanter Alleingeburt

  • Bei einer geplanten und durchgeführten Alleingeburt bemerkte eine Drittgebärende, dass sich die Plazenta offenbar nicht löste. Außerdem nahm sie bei sich Kreislaufprobleme und einen erhöhten Blutverlust wahr. Da sich die Mutter allein in der Wohnung befand, rief sie eigenständig einen Rettungswagen für eine Verlegung ins Krankenhaus. Dort erfolgte eine manuelle Lösung der Plazenta in Vollnarkose. Anamnestisch bekannt waren ein Zustand nach Kaiserschnitt, sowie ein Zustand nach Ausschabung, welche diese Plazenta-Löse-Störung inklusive Blutverlust verursacht haben könnte. Es ging alles gut aus, die Mama, die sich quasi selbst gerettet hat, konnte nach 7 Tagen das Krankenhaus mit ihrem Baby wieder verlassen.
  • Eine weitere Verlegung nach der Geburt wurde notwendig, da eine Zweitgebärende mit insulinpflichtigem Diabetes mellitus Typ 1 sicherstellen wollte, ob ihr Kindchen ok ist. Auch hier ging alles gut aus. Die nachgeburtliche Verlegungsrate bei geplanten Alleingeburten liegt aktuell bei 1,8%.

Geburtslagen der Kinder

Durch 140 Alleingeburten wurden insgesamt 141 Kinder geboren (139 Einlinge und ein Zwillingspaar).

  • In Schädellage: 137, davon kamen zwei (2) Kinder als Sternengucker (Hintere Hinterhauptslage), fünf (5) Kinder in intakter Fruchtblase (Glückshaube), ein (1) Kind mit der Hand am Kopf und ein (1) Kind mit der Hand unterm Kinn zur Welt,
  • in Beckenendlage: 1 (ins KH verlegt),
  • in Fußlage: 1,
  • die Geburtslagen der Zwillinge sind nicht erfasst.

Geburtsmedium

Zum Zeitpunkt der Austrittsphase befanden sich die Gebärenden:

  • im Wasser: 31
  • im Trockenen/ “an Land”: 84
  • ohne Angabe: 25

Geburtsverletzungen

  • ja: 38
  • nein: 72
  • ohne Angabe: 30

Bei 110 Müttern mit einer erfolgten Alleingeburt, sowohl geplant als auch ungeplant, wurde nach einer Geburtsverletzung gefragt. 38 Frauen bejahten diese Frage, dagegen blieben 72 komplett verletzungsfrei.

Selbstheilende Geburtsverletzungen (26):
  • Neunzehn (19) mal “nur” Schürfungen, die selbst abheilen durften;
  • fünf (5) Dammrisse 1. Grades,
  • einen (1) Dammriss 2. Grades und
  • einen (1) Dammriss unbekannten Grades, welche ebenfalls der Selbstheilung überlassen wurden.
Nahtversorgte Geburtsverletzungen (12):

Im häuslichen Setting wurden fünf (5) Frauen durch eine Hausgeburts- oder Wochenbetthebamme nahtversorgt:

  • zwei (2) Dammrisse unbekannten Grades,
  • ein (1) Dammriss 1. Grades,
  • ein (1) Dammriss 2. Grades,
  • ein (1) Dammriss 2. Grades und Labienriss.

Im klinischen Setting wurden sieben (7) Frauen nahtversorgt:

  • zwei (2) Dammrisse unbekannten Grades,
  • ein (1) Dammriss 2. Grades,
  • ein (1) Fall mit Labien- und Scheidenriss,
  • ein (1) Dammschnitt (im Falle der abgebrochenen ins KH verlegten Vaginalgeburt) und
  • zwei (2) Kaiserschnitte (im Falle der zwei abgebrochenen verlegten Alleingeburten).

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass lediglich 11% der Mütter nach einer Alleingeburt eine Nahtversorgung benötigten. 24 % erfuhren eine selbstheilende Geburtsverletzung und 65% blieben komplett heil.

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