Alleingeburtsbericht von Gastautorin Luise
Am Abend des 23., nach immer mehr werdenden vorbereitenden Wehen, löst sich das Gebärmuttersiegel. Ich verkünde meinem Mann stolz: “Also unser Sohn war damals 8 Stunden später da!”.
Ich erwarte also ein rasches Voranschreiten der Geburt, da es das zweite Kind ist. Was ich bekomme, sind Wehen, die es in sich haben und mich nach innen gehen lassen. Auf dem Bett sitzend, die Augen geschlossen, fühle ich mich geerdet und fast majestätisch. Die Abstände sind noch bei 10 Minuten, dann wird es langsamer. Ich entscheide mich, nochmal schlafen zu gehen. Ich erwache episodenhaft, mal alle Stunde, mal häufiger. Um halb Vier in der Frühe erwache ich genervt und mache mir starken Ingwertee, weil mein Hals kratzt und schmerzt – das passt mir jetzt so gar nicht! Lege mich hin und werde immer wieder von Wehen geweckt. Die rote Kerze brennt geduldig.
Am nächsten Morgen rufen wir meine Schwiegermutter an, damit sie unseren 2-jährigen Sohn holt. Gegen halb elf nimmt sie ihn mit. Der Prozess geht weiter, aber so schleppend, denke ich – was, wenn das noch 2 Tage so geht? Ich hatte eigentlich damit gerechnet, jetzt schon mein Kind in den Armen zu halten. Genervt und demotiviert, weil es nicht so recht vorangehen will, rufe ich meine Oma an. Sie weiß von meinen Plänen und hat in den 70er und 80ern 3 ihrer 5 Kinder auch alleine geboren.
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