Alle Beiträge von Jobina Schenk

Trotz Verlegung: Warum es sich gelohnt hat eine Alleingeburt zu planen.

Geburtsbericht und Resümee einer Mama, die bereits die Erfahrung von zwei Kaiserschnitten mit sich trägt als sie eine Alleingeburt plant und beginnt

Den ganzen Tag habe ich leichte unregelmäßige Wellen. Die erste weckte mich früh um 6 Uhr. Eine leichte Vorfreude stellte sich ein, ich bleibe aber gelassen, weil es gut sein kann, dass es nur Übungswehen sind. Kann sein, dass es losgeht, könnte aber auch noch dauern, denn bis zu dem von mir geschätzten Geburtstermin ist es noch eine Woche. So verfolge ich meinem geplanten Tagesverlauf. Ich mache zum letzten Mal meine Schwangerschaftsgymnastik und verbringe einen schönen Tag mit meiner Familie. Nachmittags sind wir bei Freunden zu einem Fest eingeladen. Wenn ich eine kleine Welle feststelle, bin ich zufrieden, dass der Tag so verläuft, wie ich es mir immer vorgestellt hatte: Friedlich und heiter im Kreis von lieben Menschen.

Auf dem Rückweg nehmen die Wellen zu. Ich muss sie schon leicht veratmen. Zu Hause angekommen übergebe ich meinem Mann die gesamte Abend-Organisation. Während die Familie das Abendessen vorbereitet und sich bettfertig macht, versuche ich mich noch eine Weile hinzulegen. Die Wellen kommen nun tatsächlich regelmäßig und immer öfter und immer stärker. Ich setze mich noch ein wenig zur Fernsehrunde dazu und lasse mir von meiner großen Tochter (10 Jahre) den Rücken streicheln. Dann muss die Kleine (5 Jahre) ins Bett gebracht werden und ich gebe mir Mühe, neben ihr liegen zu bleiben, bis sie einschläft.

Als alle anderen im Haus schließlich schlafen und ich es nicht mehr im Bett aushalte, laufe ich in der Wohnung herum und bleibe lieber alleine im Wohnzimmer. Das tiefe Tönen mit den Worten „weich und weit“ tut mir gut. Es ist eine schöne Erfahrung festzustellen, wie diese Worte spontan in mir aufkommen und helfen. Es ist eine angenehm warme Sommernacht und Wochenende. Die Straße unter unserem Wohnzimmerfenster ist voller Lärm, Leben und Bewegung. Das hat eine beruhigende Wirkung auf mich, während ich zwischen den Wellen immer wieder auf der Couch liege und ein wenig eindöse.

Nach Mitternacht gesellt sich mein Mann zu mir auf die Couch. Ich habe kein Bedürfnis nach einer besonderen Unterstützung seinerseits, er ist einfach da und vertraut mir. Unsere kleine Tochter wacht zwischendurch auf und schaut vorbei. Sie kuschelt sich ein wenig zu uns und sagt zu mir: „Tief durchatmen, Mama.“  Ich bin gerührt und habe diesen Moment als einen der schönsten während der Geburt in Erinnerung.

Irgendwann in den frühen Morgenstunden gehe ich auf Toilette und versuche nach dem Muttermund zu tasten. Es scheint sich nichts verändert zu haben, falls ich das überhaupt richtig einschätzen kann. So sicher bin ich mir nicht, ich komme nicht gut dran und will einfach weiter geduldig sein. Ich werde immer müder, aber die Wellen kommen unerbittlich weiter. Ich spreche zu ihnen und zu meinem Körper und zu meinem Kind, dass ich eine Pause brauche. Etwas muss passieren. Ich will entweder fühlen, dass es vorwärts geht oder dass ich eine Pause bekomme. So wie die Lage ist, kann es nicht bleiben, weil ich unglaublich müde und erschöpft bin. Die Wellen kommen alle 2 – 3 Minuten und ich stelle fest, wenn ich sie konzentriert durchstehe, bin ich in der Lage es gut auszuhalten. Doch wenn ich so müde auf der Couch hänge und mich von ihnen überrollen lasse, empfinde ich sie als sehr schmerzhaft.

Als es draußen schon hell wird, taste ich noch einmal nach dem Muttermund und muss feststellen, dass sich immer noch nichts tut. Irgendwann weiß ich, es ist soweit: ich brauche Hilfe.

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Wundervolle Alleingeburt beim ersten Kind

Gastautorin Natalie nimmt uns mit auf ihre Gebärreise als Erstgebärende:

Geburtsbericht Tiara, 15.08.21

Die Nachricht der Schwangerschaft kam überraschend, trotzdem war ich nicht unvorbereitet. Schon vor Monaten hatte ich Bücher zum Thema Schwangerschaft und Geburt gelesen, unter anderem auch „Meisterin der Geburt“. Diese Buch hat mich sehr inspiriert. Vieles was ich dort gelesen hatte, wie das Erleben einer schmerzfreien Geburt und das Weglassen jeglicher Vorsorgeuntersuchungen, hatte ich für mich eh schon so im Gefühl, aber zu lesen, dass das jemand genau so wirklich erlebt hat und dass nicht alles nur eine Theorie von mir ist, hat mich begeistert und in meinen Ansichten bestärkt.

Da ich auch sonst so gut wie nie zum Arzt gehe, kam für mich ein Arztbesuch von Anfang an nicht in Frage. Nur um die Schwangerschaft zu bestätigen (was natürlich auch total überflüssig war), war ich kurz beim Frauenarzt, als dieser dann aber anfing von Ultraschall und Muttermund-Untersuchung zu reden, war mir klar, dass man mich hier nicht nochmal sehen wird.

Ich habe die 9 Monate Schwangerschaft als wunderschöne Zeit erlebt. Schon 4 Monate vor der Geburt habe ich meinen Job gekündigt, um mich voll und ganz auf mich und mein Baby konzentrieren zu können und mich gut auf die Geburt vorzubereiten. Unsicherheit im Bezug auf meine Entscheidung mein Kind zuhause auf die Welt zubringen verspürte ich nie, da mir die Vorstellung einer Geburt im Krankenhaus eher Angst machte. Auch hatte ich in meinem Umfeld zum Glück wenig Gegenwind. Die meisten meiner Verwandten und Freunde und am allerwichtigsten mein Freund standen hinter mir. Die Anwesenheit einer Hebamme wurde mir jedoch von fast jedem ans Herz gelegt. Doch auch hierfür verspürte ich überhaupt kein Bedürfnis. Ich fühlte mich unwohl bei dem Gedanken, bei einem so intimen Moment jemand fast Fremden dabei zu haben und ich hatte das volle Vertrauen in mich und mein Kind, dass wir das allein mit meinem Freund schaffen. Dieser hatte volles Vertrauen in meine Entscheidung und versicherte mir, das mit mir gemeinsam machen zu wollen. Und so kam es dann auch.

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Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine grosse Belohnung hat. Tabeas Weg zur Alleingeburt

Gastautorin Tabea:

Mein Weg zur Alleingeburt

Schon in meiner ersten Schwangerschaft wollte ich gerne ins Geburtshaus gehen. Allerdings gibt es in meiner Stadt in Sachsen-Anhalt kaum Hebammen für die außerklinische Geburt. So habe ich meinen ersten Sohn im Krankenhaus bekommen. Die Geburt war allerdings so schlecht betreut, dass ich in meiner zweiten Schwangerschaft Panik vor diesem Moment bekam.

Die geplante Hausgeburt mit meiner Hebamme platzte zur Hälfte der zweiten Schwangerschaft durch den Personalmangel in der Hebammenpraxis. Also nochmal ins Krankenhaus. Allerdings hat uns meine (Vor-/Nachsorge-)Hebamme super unterstützt und vorbereitet. Mit meinem zweiten Sohn hatte ich dann eine schöne Geburt, die aber immer noch das Manko des Ortswechsels hatte.


Beim dritten Kind wollte ich das definitiv nicht mehr! Schon bei den Werbebildern des Kreißsaals auf der Website hatte ich ein ablehnendes Gefühl. Ich nahm sehr zeitig Kontakt mit einer Hebamme von außerhalb auf, die auch in meiner Stadt ab und zu Hausgeburten betreut, und bekam tatsächlich einen Platz. Leider stellte sich in den kommenden Monaten heraus, dass ich mit ihrer Art und manchen Überzeugungen überhaupt nicht zurechtkam. Da tauchte das erste Mal der Gedanke einer Alleingeburt in mir auf. Ich kannte niemanden, der das geplanter Weise schon mal gemacht hatte, war aber im Gespräch mit vielen Freundinnen, die Hausgeburten hatten oder planten.

Vorbereitungen

Ich google ein bisschen herum und bestelle mir schließlich Sarah Schmids „Alleingeburt“, wobei ich als erstes das Buch neu einschlage, um neugierigen Fragen meines Umfelds zu entgehen. Innerhalb von drei Tagen habe ich die wichtigsten Kapitel durchgearbeitet und mir Fragen notiert.

Mein Mann ist schockiert, als ich ihm erzähle, dass ich mit dem Gedanken einer Alleingeburt spiele. Er hat Angst um mich und das Kind und fühlt sich überfordert. Allerdings ist mir klar, dass es keinem von uns hilft, wenn ich ihm zuliebe ins Krankenhaus gehe.

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Mit der Mutter-Welle

Gastautorin Julia berichtet uns von ihren zwei selbstbestimmten Hausgeburten und mit einem klaren Ziel: Möge die Inspiration weit fließen und der Samen der natürlichen Geburt sich in unseren Herzen & Köpfen halten.

Geburtsbericht unserer geliebten Tochter Amalia Yamuna Chumani, 20.06.2017

Wagenplatz Regensburg, wir kommen gerade vom Frauenarzt (als Sicherheit für unsere Hebamme, da wir 7 Tage “über” dem errechneten Termin sind). Verärgert über die Inkompetenz der Allgemeinmedizin setzte ich mich zu Sarah vor den Bauwagen und beobachte ihre Tochter mit dem Winzling vom Wagen nebenan spielen. Ich fange an mich schön zu unterhalten & zu entspannen. Zarte Wellen begleiten mich seit ich hier sitze.

Mike ist unterwegs, den Kühlschrank und die Flöten, die wir im Bauwagen nach dem Auszug vergessen hatten, ins Auto zu bringen. Ein Schmunzeln breitet sich auf meinem Gesicht aus – die Wellen werden stärker. Der Gedanke, das Baby könnte jetzt doch hier geboren werden, hier wo es gezeugt wurde, amüsiert mich. Sarah merkt intuitiv, dass es doch mehr als nur Vorwehen sind und sucht Mike. Nach einer gefühlten Stunde sitzen, reden und ab und zu Leute nach ihm fragen, taucht er hinter einigen Büschen auf. Er sieht zufrieden aus und will eigentlich noch auf einen Freund warten, bevor wir heim fahren. Wir merken beide, dass das keine so gute Idee ist und setzen uns ins Auto.

Eine Stunde Fahrt vergeht, es ist gegen 17 Uhr, ich verathme die Wellen tönend. Mit Erleichterung kommen wir in Altdorf an und begeben uns ins Geburtszimmer. Der Gymnastikball! Welch Wohltat! Ich werfe mich gerne bei jeder ankommenden Welle darauf um zu tönen und genieße es. Unsere Hebamme haben wir auf Kurzwahl, falls wir sie brauchen. Noch steht es für mich nicht zum Thema sie überhaupt dazu zu holen. Der nächste Weg führt mich in die Küche, die Wellen kommen schon seit wir ins Auto gestiegen sind im 5min Rhythmus. 

Ich verathme die nächste liebevoll singend im Türstock… meine Mutter, total aufgeregt, gerade angekommen, sie weiß es geht los. Wir plaudern… einige Wellen halten sich nicht an die 5min und kommen zwischendurch alle 2min. Das ist aber ein kurzer Abstand, ich glaube es kommt noch heute Abend! Mit den Worten verabschiedet sie mich nach oben. Langsam kristallisiert sich etwas Magisches im Raum…. alles ist getaucht in Kerzenlicht, die Geburtsräucherung von Melli duftet. Mike hat alles im Griff, er bettet das Zimmer in Zauber und Liebe. 

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Mama, magst Du eine Knusperente? – Wart´Kurz, Gleich! Das Baby kommt!

Ein wunderbarer “Ich bin Meisterin der Geburt”-Geburtsbericht von Gastautorin Isabel:

Es war ein wunderschöner Herbsttag und ich war 2 Tage über ET und voller froher Erwartung. Ich dachte seit 4 Wochen jeden Tag wäre es soweit. Der Kopf ganz tief im Becken, unzählige Senkwellen, ich war so unbeweglich und wirklich bereit. Am Tag vor der Geburt war meine Hausgeburtshebamme Ina noch bei uns, keine konkreten Anzeichen, doch ich sagte ihr, dass ich das Gefühl habe die halbe Geburt schon gemacht zu haben. 

In der Woche der Geburt hatte mein Mann Teilzeit Urlaub genommen, das heißt, am Vormittag hat er im Homeoffice gearbeitet, ich verbrachte die Zeit mit unserer 2,5jährigen Tochter und am Nachmittag konnte ich mich ausruhen und entspannen und für mich sein. Was für ein Segen. Die letzten drei Tage habe ich immer wieder die „Baby komm raus“ Meditation von Nina Winner gemacht und mich jeden Tag freier und bereiter gefühlt. 

An diesem Mittwoch habe ich mich mittags kurz hingelegt, meditiert und anschließend bin ich spazieren gegangen, wollte die Sonne genießen und habe mit meiner besten Freundin telefoniert. Gegen 16 Uhr war ich wieder zuhause, mein Mann und Tochter auf dem Spielplatz. Also nutzte ich die Ruhe um kurz aufzuräumen, brachte den Müll raus und bewunderte dabei den wunderschönen sichelförmigen Mond in der Dämmerung und dachte mir: heute Nacht wäre doch perfekt… aber tatsächlich hatte ich das schon öfter gedacht. Kurz vor 17 Uhr legte ich mich hin um mich nochmal auszuruhen und die Ruhe zu genießen bevor meine Familie zum Abendessen kam. Fünf Minuten später eröffnete sich, schwallartig meine Fruchtblase und so begann die Geburt.

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Familiengeburt auf Teneriffa

Geburtsbericht von Gastautorin Ulrike:

Hausgeburt unserer zweiten Tochter am 29.3.2020

Ich habe eine schöne, selbstbestimmte Schwangerschaft in Eigenregie erleben dürfen, die in meiner Traumgeburt endete. Ich fühlte mich wie eine Göttin! Prall, voll in meiner Weiblichkeit und schön. Ich hatte mich entschieden, nur einen einzigen Ultraschall machen zu lassen, um die Lage der Plazenta bestimmen zu lassen. Dieser fand -ungeplant- in der 18.SSW statt, da ich seit einigen Tagen das Baby nicht mehr hatte spüren können. Alles in bester Ordnung und Plazenta in sicherer Entfernung vom Muttermund. Das war mein einziger Arztkontakt. Ich habe mich ansonsten von meiner Hebamme begleiten lassen, die ich allerdings (selbst so gewollt) in der ganzen Schwangerschaft nur 3x gesehen habe. Ich fühlte einfach keinen Bedarf, war ganz bei mir und habe mit dieser Innenschau so viel Vertrauen und ein so gutes (Körper-)Gefühl entwickelt, dass ich völlig ruhig und im Vertrauen war. 

Zur Vorbereitung auf meine Traumgeburt Zuhause habe ich Hypnobirthing genutzt (wie bei der ersten Schwangerschaft auch) und “Meisterin der Geburt” für mich entdeckt. Dieses Buch war mir wie auf den Leib geschneidert und hat mich in die absolute Selbstermächtigung begleitet. Ich war noch nie so klar darüber, wie, mit wem und unter welchen Umständen ich gebären wollte. 

Täglich Yoga, Meditation und Entspannung sowie mehrmals die Woche Wassergymnastik gehörten zu meinem Wohlfühlprogramm. Auch mit unserer Großen (zur Geburt ihrer kleinen Schwester war Alma 4,5 Jahre alt) gab es viel Austausch über Schwangerschaft und Geburt und gegen Ende war sie eine richtige kleine Expertin geworden. Wir hatten viel Spaß bei der Vorbereitung der Hausgeburt und sie war dann wirklich gut informiert und wusste, worauf sie sich einstellen kann. 

Ich habe mir auch den Wunsch nach einer Blessingway Zeremonie erfüllt, die mir in der Verbundenheit mit meinen Freundinnen genau einen Monat vor der Geburt noch einmal Bestätigung, Vertrauen und Erdung geschenkt hat. 

Ich sah der Geburt mit nichts als Vorfreude entgegen. Meine erträumte Hausgeburt in Familie, mit meiner Hebamme und Fotografin. 

Am 29.3.2020 (ET+2) wachte ich morgens mit ganz leichten, aber regelmäßigen Wellen auf. Das hatte ich an den vorangegangenen Tagen auch schon immer mal, aber mein Gefühl sagte mir, heute geht es wirklich los. Die Abstände waren so zwischen 6 und 10 Minuten. Ich machte also Frühstück und teilte meinem Mann Sebastian und meiner Erstgeborenen mit, dass sich das Baby auf den Weg gemacht hat. Die Stimmung war ruhig und doch euphorisch. Wir frühstückten noch gemeinsam und wenn eine Welle kam, musste ich mich schon immer mehr drauf konzentrieren bzw. pausieren, was ich gerade machte. Innerhalb kürzester Zeit war ich in meinem “Geburtsmodus”. Ich kontaktierte die Hebamme so gegen 10 Uhr und auch meine Fotografin (sie ist eine Freundin und auch Doula, aber sie begleitete uns zur Geburt “nur” als Fotografin). Da ich mich völlig entspannt fühlte und auch die Intensität der Wellen sehr angenehm war, dachte ich zu diesem Zeitpunkt noch, hoffentlich bestelle ich die beiden nicht zu früh…ich hatte ja keine Ahnung, dass alles ziemlich schnell gehen würde. Ich zog mich in unser Schlafzimmer, meinen Geburtstempel, zurück und war weitgehend allein. Mit jeder Welle lehnte ich mich beckenkreisend an die Wand und atmete tief, wie ich es monatelang trainiert hatte. Alles war ganz mühelos und total im Flow. Ich schaute auf’s Meer, ging immer mal wieder raus auf die Terrasse und war völlig bei mir und meinem Baby. Herrlicher Sonnenschein. So ein schöner Tag, um geboren zu werden, dachte ich noch.

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Mito´s Freie Geburt – Gebärreise einer Hebamme

Ein sehr augenöffnender Geburtsbericht von Gastautorin und Hebamme Miriam, welcher uns verdeutlicht, dass Hebammenwissen beim Gebären nicht unbedingt von Vorteil ist.

Donnerstag, 19.09.2019

Seit einigen Tagen fühle ich mich bereit für die Geburt. Wir sind nun fast drei Wochen drüber, 42+2 SSW. Mito du darfst gerne kommen! (Mito ist eine Zusammensetzung unserer Vornamen.)

Meine üblichen Kontraktionen fühlen sich heute anders an, dazu gesellt sich ein leichtes Ziehen im Unterleib. Mein Gesicht hat sich verändert und spricht nun auch von dem Kommenden. Nach einem langen Waldspaziergang helfen wir am Abend sanft nach.

Freitag, 20.09.2019

Die erste Nacht mit Wehen. Ich wusste, dass es so beginnt und nicht mit einem Blasensprung. Ab 6 Uhr in der Früh kommen sie in kürzeren Abständen, sie sind unregelmäßig ca. alle 10-14 Minuten. Ich muss leicht veratmen und kann nicht mehr ruhig im Bett liegen, Vierfüßlerstand tut mir gut. Tom streichelt und massiert mich sanft. Gegen halb 8 Uhr melde ich mich bei Nina, ich möchte sie wissen lassen, dass sich etwas tut. Über die nächsten Stunden werden die Wehen weniger und ebben schließlich ab.(Nina ist meine Freundin, Hebamme, Vertraute und Kollegin. Der Deal ist, sie kommt zur Beruhigung meiner Eltern (damit man mich nicht weiter als verantwortungslos schimpfen muss), macht es sich im Nachbarhaus bequem und sagt noch kurz “Hallo” bevor sie wieder nach Hause fährt. Sie hat drei Kinder, wohnt zwei einhalb Stunden entfernt und braucht deshalb etwas Organisationsvorlaufzeit.)
Am Abend kommen die Wellen wieder, ich muss mich bewegen und atmen.
Es ist an der Zeit letzte Vorbereitungen zu treffen. Der Pool ist nun endgültig einsatzbereit.

Samstag, 21.9.2019

Ab 2 Uhr ist es mir nicht mehr möglich zu liegen, die Kontraktionen sind stärker, veratmen reicht nicht mehr, ich muss tönen. Sie sind regelmäßig und kommen alle 10 Minuten. Ich zünde Kerzen an. Tom wacht auf, ich sage ihm, er könne weiter schlafen. Das ist ihm natürlich nur bedingt möglich. Nach ca. drei Stunden werden sie weniger, sodass ich mich wieder ins Bett lege. Die Wellen haben sich wieder verflüchtigt.
Ich bin eine Etappenfrau!

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Alleingeburt in der Dusche trotz grünem Fruchtwasser

Geburtsbericht von Gastautorin Juliane

Mein drittes Kind ist unterwegs und ich wünsche mir eine Alleingeburt. Bereits nach der traumatischen, schmerzhaften Saugglockengeburt (2014) meines ersten Kindes beschäftige ich mich mit dem Thema und lerne viel dazu, aber mir fehlt das Vertrauen in mich und das geeignete Plätzchen. Meine zweite Geburt (2015) wird eine spontane Geburt mit einer Beleghebamme, die ich sehr mag und die an mich glaubt. Die Krankenhausumgebung gibt mir etwas Sicherheit, aber ich fühle mich nicht ganz geborgen, sondern zu sehr verwaltet und irgendwie nicht ganz verstanden. Ich habe das Gefühl, dass das auch anders gehen muss. 5 Jahre vergehen. Meine dritte Schwangerschaft verläuft wieder komplikationsfrei und diesmal ohne Vorsorgewahnsinn, sondern nur mit Untersuchungen, die ich möchte. Bei der Frauenärztin stößt das auf Widerstand, aber ich bleibe bei meiner Entscheidung. Berichte von anderen Müttern über unglaublich übergriffiges Verhalten durch medizinisches Personal unter dem Deckmäntelchen der Gesundheitsvorsorge und neuerdings zum “Schutz vor Corona” bedrücken mich und gegen Ende der Schwangerschaft wird für mich immer klarer, dass ich zu Hause eine natürliche Geburt mit meiner Familie und ohne Fremde mit deren Vorstellungen haben möchte. Ich fühle mich mit diesem Entschluss sehr sicher und bin absolut zuversichtlich und vertrauensvoll, ein schönes Gefühl. In meine Alleingeburtspläne weihe ich nur wenige Leute ein. Mein Mann, der leider nur die erste Geburt erlebt hat, fühlt sich mit meinen Plänen bis zuletzt nicht ganz wohl und hat Ängste, aber er vertraut mir und möchte mich unterstützen.

Bis zum ET habe ich ab und an “wilde Wehen”, aber es sieht nicht nach Geburt aus. Gedanklich stelle ich mich nun mehr und mehr auf das Ende der Schwangerschaft ein. Einen Tag nach ET machen wir einen Spaziergang im Wald. Aus dem kurzen Ausflug wird ein langer und anstrengender Marsch, da wir uns verlaufen und Mühe haben, wieder zurück zum Auto zu kommen. Anschließend steht noch ein Einkauf an, da zu Hause ein leerer Kühlschrank auf uns wartet. Am Abend sinke ich total entkräftet ins Bett und schlafe in der Nacht tief und fest.

Am nächsten Morgen (ET + 2) wache ich auf und höre in mich hinein… Ist irgendwas anders heute? Vielleicht, aber vielleicht auch nicht. Ich stelle mich auf einen gemütlichen Sonntag ein. Als ich dabei bin das Frühstück zuzubereiten, kurz nach 9:00 Uhr, macht es “Knack” und das kommt definitiv aus meinem Bauch; irgendwo links oben gab es gleichzeitig auch einen Tritt. So ein Knacken habe ich noch nie gehört, aber ich vermute, dass gerade die Fruchtblase geplatzt ist und prüfe mit der Hand, ob ein Schwall Fruchtwasser kommt. Noch alles trocken. Ich gehe zur Toilette und dort kommt wenig leicht grünes Fruchtwasser getröpfelt. Ich habe keine Anzeichen einer Infektion und fühle mich frisch und ausgeschlafen. Vielleicht hat das Baby gestern bei dem stressigen Waldmarsch etwas Kacka gemacht… Ich entschließe mich, zu Hause zu bleiben und abzuwarten, wie sich die Geburt entwickelt. Und atme auch erleichtert auf: Eine Hausgeburt mit Hebamme hätte an diesem Punkt schon abgebrochen werden müssen.

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Bedroht, genötigt, entmündigt. Sie wollte nur ihre Geburtsverletzung nähen lassen.

Alleingeburtsbericht von Gastautorin Lorena

Als ich im letzten Jahr sicher war, dass ich schwanger bin, stand für mich sehr schnell fest, dass ich zur Geburt auf keinen Fall in ein Krankenhaus gehe. 

Meine erste Tochter wurde 2018 im Krankenhaus geboren und obwohl ich dort – für Krankenhausverhältnisse – sehr einfühlsam durch die Geburt begleitet wurde, hatte ich mich schon damals gefragt, warum eigentlich ein KRANKENhaus. Schwangerschaft und Geburt sind ja nun keine Krankheit, sondern die natürlichste Sache der Welt. Da es das erste Kind war und ich nicht mehr ganz die Jüngste, wählte ich damals aber doch das Krankenhaus.

Dass dies in Coronazeiten auf keinen Fall eine Option ist, stand beim zweiten Kind fest. Ich bin immer noch “nur schwanger” und außerdem kein Schwerverbrecher, der in Einzelhaft gehalten werden und von lauter vermummten Gestalten herumkommandiert wird. 
Eine Hebamme zur Geburtsbegleitung zu Hause kam ebenfalls nicht in Frage. Erstens finden sich dank der unglaublichen Bestimmungen kaum noch Hebammen, die Hausgeburten begleiten (dürfen) und zweitens war mir die Vorstellung, gerade in so einer Situation eine fremde Person in meiner Wohnung zu haben, unangenehm.
Mein Mann hoffte sicher bis zuletzt, dass ich doch ins Krankenhaus gehen würde.

Maske für Schwangere? – Arztwechsel

Nachdem mein erster Frauenarzt darauf bestand, dass er mich nur behandeln würde, wenn ich eine Maske trage, wechselte ich den Arzt und fuhr dann 50km zur Vorsorge. Die Maske löst bei mir innerhalb weniger Sekunden Erstickungspanik aus und ich kann mir nicht vorstellen, dass es für ein ungeborenes Kind gut ist, wenn die Mutter regelmäßig in einen Zustand gerät, in dem sie akut ihr Leben bedroht fühlt. Hätte ich nicht einen supereinfühlsamen und gelassenen Arzt gefunden, hätte ich keine weiteren Termine wahrgenommen. Ich war sicher, dass alles in Ordnung ist, aber ich fühlte mich dort so gut aufgehoben, dass ich gern hinging. Außerdem war es nach drei Fehlgeburten für mich trotz meines Gefühls, dass alles prima verläuft, schön, das Baby auch im Ultraschall wachsen zu sehen.

In der Woche der Geburt machte ich am Dienstag allein mit meiner älteren Tochter einen langen Ausflug durch den Wald. Am Mittwoch ging ich einige Stunden allein ausreiten. (Nein, wenn man seit über 35 Jahren reitet, ist das nicht gefährlich, denn der Körper kennt das. Nur runterfallen sollte man nicht; aber man sollte ja in der Schwangerschaft auch keine Treppe runterfallen und trotzdem kenne ich keine Schwangere, die Treppensteigen verweigert.) Am Donnerstagabend kletterten wir auf dem Spielplatz im Klettergerüst herum. Ich war sicher, dass ich mir das zutrauen konnte. Am Freitag war der errechnete Geburtstermin.

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Veto zu BZ-Kolumne: Die Alleingeburt – Eine neue Strömung

Weil ich jetzt mehrfach von Euch, meinen Leserinnen, auf die Kolumne Die Alleingeburt – eine neue Strömung in der Berliner Zeitung aufmerksam gemacht und angefragt wurde, ob ich dazu nicht was schreiben möchte: … 

Ja, möchte ich! Und zwar drei Punkte:

Erstens:

Wenn es doch keine offiziellen Zahlen gibt, wieviele Frauen in Deutschland eine Alleingeburt planen und durchführen, warum wird dann immerzu von einem Trend, einer „Strömung“ oder einem „neuen Hit” gesprochen? Das klingt nach einer verrückt großen Anzahl Schwangerer, die diesen Gebärweg planen! In meiner kumulativen Erfassung finden sich jedoch nur knapp 120 geplante Alleingeburten/Jahr in Deutschland.

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