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Ich glaub, ich bin in der Übergangsphase. – Was? Schon?

Gastautorin Michaela über ihre wunderschöne kraftvolle Alleingeburt von Lina mit Grenzerfahrung

Vorab:

Lina ist unser 4. Kind. Unser erstes Kind kam an ET + 11 mit Einleitung im Krankenhaus (Gott sei Dank „nur“ PDA und Oxytocin-Tropf und am Ende angeleitetem Powerpressen wegen angeblich schlechter Herztöne) innerhalb von 16 Stunden, die kleinen Brüder dann an ET + 2 und an ET – 4 innerhalb etwa 4 Stunden zuhause, mit relativ zurückhaltenden Hebammen zur Welt. Schon beim dritten Kind hatte ich mir eigentlich gewünscht, es nur mit Baby und Papa zusammen zu meistern, bat M. (meinen Mann) dann aber 45 Minuten vor dem ersten Schrei doch die Hebamme anzurufen: “Ich brauche sie jetzt!” Seit unserer Alleingeburt weiß ich, dass ich sie in der Übergangsphase da haben wollte in der irrationalen Hoffnung, dass ihre Anwesenheit irgendwas an der Situation ändern würde…

Als ich dann knapp vier Jahre nach unserem dritten Kind wieder schwanger war reflektierte ich viel über die letzten Geburten und bemerkte, dass ich mich durch die pure Anwesenheit von „fremden“ Personen gestört gefühlt hatte und dass selbst Sätze wie: „Hock dich mal so hin.“ und „Noch nicht pressen!“, „Ich untersuch dich noch!“ und der Koffer mit der Aufschrift „Beatmung“ mich verunsichert und aus meiner Mitte gebracht hatten. Außerdem ging die volle Konzentration auf das Baby und mich und meinen Körper schon beim Warten auf die Hebamme(n) und erst recht beim Eintritt ins Geburtszimmer mehr oder weniger verloren.

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Keine Väter im Kreißsaal? Dann kommt die Mutter auch nicht.

Gastautorin Barbara berichtet, wie sie aufgrund der Corona-Einschränkungen zu einer traumhaften Alleingeburt kam.

Am 08.08.2020 kam unsere kleine Antonia als 6.Kind bei Et+1 geplant in unserem Wohnzimmer zur Welt. Zu dieser Entscheidung bin ich gekommen während des ersten Lockdowns. Als es hieß: “Keine Väter im Kreißsaal.” habe ich zu meiner Familie gesagt: “Ok, dann kommt die Mutter auch nicht!”

Am Anfang waren nicht alle davon überzeugt, aber ich habe mich darauf vorbereitet und spätestens als das große Planschbecken ankam, wussten sie, ich meine es ernst.

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Mein Baby ist da! Ich habe mein Baby geboren!

Geburtsbericht von Gastautorin Janina

13 Tage vor ET ging der Schleimpfropf ab. Doch dann wartete ich erstmal und nichts passierte. Sechs Tage nach Abgang hatte ich tagsüber schon so ein merkwürdiges Gefühl. Ich hatte ein starkes Druckgefühl und das Gefühl ständig pinkeln zu müssen. Da ich immer mal wieder Senkwehen hatte ordnete ich die unregelmäßigen Wehen tagsüber auch eher als Senkwehen ein. Abends wurden sie aber intensiver und regelmäßiger. Ich machte meinen gewohnten Abendspaziergang und stellte dabei fest, dass die Wehen, noch nicht stark, aber regelmäßiger alle fünf bis sieben Minuten kamen. Als ich abends, nach dem Zubettbringen der Großen, gegen 21.30 Uhr wieder aufstand, ging etwas Fruchtwasser ab. Da wusste ich, dass es nun wirklich losgehen musste, so war es bei den anderen auch gewesen.

Ich rechnete mit mehr Fruchtwasser, aber dann kam nichts mehr. Wir saßen noch etwas draußen, aber ich wurde unruhig und wollte alleine sein. Ich ging rein, räumte die Küche auf und richtete mir Verpflegung für die Geburt ein: Ein Teller mit Obst, Nüsse, Wasser und eine Tasse mit Himbeerblättertee. Ich brachte alles nach oben in mein Geburtszimmer und bat meinen Mann das Malervlies auszulegen und dann zu verschwinden. Ich machte es mir mit weiteren Tüchern auf dem Boden und einer Kerze gemütlich und ging im Zimmer auf und ab. Als mein Mann dann im Bett verschwunden war fühlte ich mich wohler, endlich alleine.

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Ungeplante zauberhafte Alleingeburt nach ICSI

Geburtsbericht von Gastautorin Nadine

Ich wollte immer schon Mutter werden und hoffte deshalb, einen Mann zu finden der auch viele Kinder wollte. Ich finde Kinder sind das Glück dieser Erde und ich fühlte mich schon immer zu ihnen magisch hingezogen und sie zu mir. Einen kleinen Menschen zu begleiten, ihn wachsen und lernen zu sehen und ihn dabei zu unterstützen, den Dingen auf den Grund zu gehen, war meine Bestimmung. Deshalb musste ich auch einfach Erzieherin werden.
Niemals kam mir der Gedanke, dass es einmal schwer werden könnte schwanger zu werden. 2015 ging es mir gesundheitlich schlecht. Ich war dauerhaft erschöpft, hatte monatelang keinen geregelten Zyklus und nahm innerhalb weniger Monate 21kg zu. Wenn ich euch hier die ganze Geschichte erzählen würde, dann säßen wir morgen noch hier, deshalb fasse ich mich kurz.
Nach vielen, vielen Untersuchungen stand fest: Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCO), Endometriose 2. Grades, ein Eierstock undurchlässig, Gelbkörperhormonschwäche, Schilddrüsenunterfunktion, Insulinresistenz. Die Wahrscheinlichkeit auf natürlichem Wege schwanger zu werden, war gleich null.
Eine Welt brach für uns zusammen. Jeden Tag bin ich von Kindern umgeben und ich sollte keine eigenen bekommen können. Unvorstellbar und unerträglich…

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Unser fünftes Kind – Unsere dritte geplante Alleingeburt

Geburtsbericht von Gastautorin Eileen

Hintergrund:

Unsere Kinder haben einen Altersabstand von 2,5 Jahren. Diesmal sind es fast 4 Jahre, da wir durch Hausbau und andere Dinge erst einmal eine kleine Pause gebraucht hatten. 

Schwangerschaft:

Ich wurde im zweiten Übzyklus schwanger. Die Schwangerschaft war bis auf einige schöne Wochen von Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Kreislaufkollapsen und bleierner Müdigkeit geprägt. Da die Beschwerden besonders stark waren, vermutete ich schon, dass ich ein Mädchen bekomme, denn bei den Mädchen war es schlimmer als bei den Jungs. Außerdem hatte ich die gleiche Bauchform wie bei den Mädchen: Eher nach vorne; bei den Jungs ging ich mehr in die Breite. Aber eigentlich sollte man nicht jammern, schließlich ist es doch das größte Geschenk, ein Kind zu erwarten!

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Wer hat denn ihre Tochter entbunden? “Äh, natürlich meine Frau, wer denn bitte sonst?!”

Geburtsbericht von Gastautorin Katha

Zora Lilith Lórien, 1. Kind, 08.05.2020, 01:54 Uhr, 3014 g (laut Küchenwaage), 47 cm (laut Meterstab) 

Rahmenbedingungen: Heizungsausfall, 15°C Raumtemperatur, vorangehende Meinungsverschiedenheit mit Mann und Mutter

Um 19 Uhr dachte ich, ich hätte mich zu viel aufgeregt und hätte Übungswellen. Nach 4 Wellen – kein Bedarf hier was zu veratmen – und 45 Minuten später, sagte ich meinem Mann, es könnte losgehen, aber ich selbst war mir sicher, es würde nicht losgehen. Weder die Rahmenbedingungen, noch mein Gefühl sagten, dass es soweit war. Mein Mann zündete trotzdem drin unsere Geburtskerze und Duftöllampe an, legte die von mir gewählte Musik auf und bereitete alle Räume vor, um mir möglichst viel Spielraum für Bewegung, Position und Entspannung zu ermöglichen. 
Nach 2 Stunden sehr sanften Wellen – alle 10 Minuten eine Minute etwa – wollte ich immer noch nicht glauben, dass es losgeht. 
Mein Mann hingegen war sich sofort aus tiefstem Herzen sicher, dass das keine Übung war – da sagt nochmal einer, Männer hätten keine Intuition… 
Dann langsam die Steigerung. Ich wanderte durch die eiskalte Wohnung, zog mir meinen Kimono, 3 Paar Wollsocken und Stulpen an und betrachtete mittelmäßig resigniert das bunte Treiben, das unsere Heizung wieder zum Laufen bringen sollte. Denn, Heizung und Warmwasser sind bei uns gekoppelt. … Nein, ich hatte so gar keine Lust auf unsere Geburt. Unsere Freundin, welche wir als Geburtsbegleiterin auserwählt hatten, hatte höllische Kopfschmerzen und da bei uns eh alles entspannt lief, einigten wir uns darauf, dass wir wieder anrufen würden, wenn es so richtig losging. 

Um etwa 22:30 Uhr war ich so müde vom Stress, Ärger über die weiterhin ausgefallene Heizung und durch die Wohnung wandern, dass mein Mann und ich entschieden, uns nochmal ins Bett zu legen. Im Bett lag ich dann zurückgelehnt auf dem Rücken und die 2 Wellen in 1 1/2 Stunden waren zwar ziemlich kräftig, aber es waren ja nur 2. Mein Mann schlief und schnarchte die Zeit über genüsslich vor sich hin. Dann musste ich pinkeln und stand auf und zack, ging es richtig los. Allein auf dem Weg zur Toilette 3 ordentliche Wellen. Zitternd vor Kälte veratmete ich die Wellen und in einem Anfall von Frustration über die Kälte entschied ich, unsere Geburtshelferin per Sprachnachricht nach einem Heizstrahler zu fragen. Während der Sprachnachricht kam dann direkt die erste Welle, welche ich nicht nur veratmete sondern auch vertonte – “Falls du so´n Scheißding (Heizstrahler) hast, bring das Scheiiiiißdiiiiing miiiiiiiiit!” 

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Alleingeburt im Geburtshaus

Eine Alleingeburt im Geburtshaus? Ist da nicht normalerweise immer eine Hebamme dabei??? In diesem Geburtsbericht beschreibt eine Meisterin der Geburt -die anonym bleiben möchte-  wie es dazu kam, dass sie ihr zweites Kind ohne Hebamme in einem Geburtshaus geboren hat.

“Halbgeplante” Alleingeburt im Geburtshaus nach Kaiserschnitt

Vorgeschichte vor 2,5 Jahren/Geburt des ersten Kindes

Mit schwerer Erkältung und Husten (und dadurch vorzeitigen Blasensprung) im Kreissaal. Total kraftlos. Ergebnis war eine sekundäre Sectio nach 20 Stunden, wegen Geburtsstillstand, schlechter Herztöne, Nabelschnur um den Hals und “Sternengucker”. So sagt es der Geburtsbericht der Klinik.
Das Schlimmste für mich war das fehlende Bonding.

Zweite Schwangerschaft 

Letztes Schwangerschaft-Drittel:

Zum Arzt gehe ich seit der 22. SSW nicht mehr. Ich möchte mehr und mehr in meiner Verbindung zum Kind ankommen und in Ruhe gelassen werden.
Wir sind sehr im Trubel mit unserem Hausbau. Relativ spät (dafür sehr eindringlich) spüre ich vor allem durch das intensive Lesen und die Vernetzung mit anderen, dass mich Angst begleitet. Angst vor der Klinik, vor eventuell ähnlichen Situationen, vor Interventionen und vor wenig Selbstbestimmung. Daher suche ich mir eine Doula, die mich und meinen Mann in die Klinik begleiten soll. Doch insgeheim wünsche ich es mir anders – und das spürt meine Doula.

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Alleingeburt bei ET+10 am 05.01.2020

Erstgebärende, Terminüberschreitung, stattliche Kindsmaße, Beckenendlage … Jeder leitlinientreue Geburtshelfer wird bei diesem Geburtsbericht ordentlich ins Schwitzen kommen. Und doch hat sie diese Geburt mit ihrem Mann zusammen wunderbar gemeistert. Michelle berichtet über ihre Alleingeburt am 05.01.2020 bei ET+10

Ronja, 4300g, 53cm, KU 37cm

Als ich um 5.17 Uhr aufgewacht bin, habe ich erstmal auf die Uhr geschaut und mir nicht viel dabei gedacht – in den letzten Wochen hatte ich einen sehr unruhigen Schlaf und wachte immer früh auf. So weit also alles normal.

Kurz darauf hatte ich aber ein unangenehmes Ziehen im Bauch – war das etwa eine Wehe? Ich hatte bisher weder spürbare Übungswehen, noch Senkwehen gehabt, war also nicht sicher, wie sich eine Wehe überhaupt anfühlt. Ich bin dann erstmal aufgestanden und wollte mir einen Tee machen, da kam aber schon wieder dieses unangenehme Gefühl. Jetzt erschien es mir doch etwas komisch und ich sah auf die Uhr, um den Abstand zu beobachten. Da war ich dann ziemlich überrascht, das komische Gefühl kam nämlich alle drei Minuten wieder… Und kaum hatte ich das festgestellt, musste ich aufs Klo. Mein Darm entleerte sich und der Schleimpfropf ging ab.

Erst jetzt konnte ich erfassen, das die Geburt in vollem Gange ist! Ich tastete noch einmal die Kindslage, bis vor zwei Tagen lag das Baby nämlich noch in Beckenendlage. Das hätte zwar an meiner Entscheidung zur Alleingeburt nichts geändert, aber ich wollte doch wissen, womit ich es zu tun hatte.

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01.01.2020 Natalies Neujahrsbaby. Dieses Mal wie gewünscht.

Natalie hat bereits den Geburtsbericht ihres ersten Kindes 2017 hier veröffentlicht. Damals musste sie ihr Vorhaben einer Alleingeburt abbrechen, aber dieses Mal lief es wie gewünscht. Noch dazu ist ihr Neujahrsbaby die erste gemeldete Alleingeburt in 2020.

Natalies Geburtsbericht:

Auch wenn die Geburt meiner Tochter nicht ganz so verlaufen war, wie ich es erträumt hatte war klar, dass wir unseren Weg gefunden haben. Und so startete Ostermontag 2019 mit dem positiven Schwangerschaftstest eine wahnsinnig aufregende und komplett stressfreie Zeit für uns. Ich machte eine minimale Vorsorge mit meiner Hebamme, vor allem das Tasten der Kindslage war mir wichtig, das Kleine hatte sich aber ganz brav um die 20. Woche in Schädellage begeben und harrte so dann aus. Kein Arzt, kein Ultraschall, keine einzige vaginale Untersuchung. Ich genoss diese Schwangerschaft unendlich, auch wenn sich gegen Ende ein paar Wehwehchen einstellten, die ich in der hiesigen Hebammenpraxis sehr erfolgreich durch Akupunktur und Tapen behandeln ließ. Auch zur geburtsvorbereitenden Akupunktur ging ich diesmal.
Der Geburtstermin sollte so um den 02.01.2020 sein, also bibberte ich mich durch die Weihnachtszeit, weil ich da auf keinen Fall gebären wollte. Und als diese dann überstanden waren, hieß es einfach nur noch Warten. Bis Silvester.

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Geheimplan: Alleingeburt. Geburtsbericht einer Schulmedizinerin

Der Name der Autorin dieses Geburtsberichts bleibt geheim, so wie ihr Plan einer Alleingeburt, in den sie nicht einmal ihren Mann einweihen konnte.
Schon vor meiner ersten Geburt las ich viel bei Jobinas und Sarah Schmids Webseite und mir war klar, dass ich möglichst lange allein sein wollte. Ich empfand es allerdings noch normal, dann in die Klinik zu fahren (bei 7 cm Muttermundöffnung), was aber leider in Wehentropf und PDA, sowie Saugglocke und Dammriss 3. Grades endete. Nach einem ordentlichen Babyblues, fast einer Depression, wurde mir schlagartig klar, dass ich bei der nächsten Geburt komplett alleine und ungestört sein wollte. Ich konnte mit niemandem über meinen Wunsch sprechen, da mich alle für bekloppt erklärt hätten, wie ich dieses „Risiko“ als Schulmedizinerin eingehen könnte.

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