Bericht 2024

Wie viele Frauen erlebten 2024 eine Alleingeburt – geplant oder ungeplant? Wie sicher ist diese Gebärform wirklich? Und was sagen die Zahlen zu Abbrüchen, Verletzungen, Kaiserschnitten oder der berühmten Glückshaube?

In meiner laufenden, freiwilligen Erfassung aus dem deutschsprachigen Raum (D-A-CH) und von deutschsprachigen Müttern im Ausland sind insgesamt 173 Alleingeburten für 2024 eingegangen – die größte transparente Sammlung, die es derzeit zu diesem Thema gibt.

Die Ergebnisse überraschen viele: 

  • Abbruch-/Verlegungsrate bei geplanten Alleingeburten: nur 1,5 %
  • Kaiserschnittrate: 0 %
  • 7 von 10 Frauen bleiben verletzungsfrei 
  • Glückshaube bei 8 Geburten 
  • kein Todesfall

Hier findest du die detaillierten Zahlen zu Ländern, Geburtslagen, Wassergeburt vs. an Land, ungeplanten Fällen und dem Vergleich zum Vorjahr. Alles basierend auf echten Meldungen – ohne Gewähr, aber mit maximaler Offenheit. Lies weiter und bilde dir dein eigenes Bild zu Freien Geburten.

Anzahl der erfassten Alleingeburten in D-A-CH sowie deutschsprachiger Frauen im Ausland

In den Monaten Januar bis Dezember 2024 sind bisher 173 Alleingeburten erfasst.

Erfasst wurden Geburten im deutschsprachigen Raum bzw. deutschsprachiger Mütter im Ausland, davon in:

  • 🇩🇪Deutschland: 135
  • 🇦🇹Österreich: 8
  • 🇨🇭Schweiz: 9
  • 🏳️anderes Ausland: 21 (Frankreich: 1, Guatemala: 1, Indonesien: 1, Irland: 1, Island: 1, Italien: 1, Kanada:1, Mongolei: 1, Nicaragua: 1, Paraguay: 2, Portugal: 1, Rumänien: 1, Spanien: 3, Südafrika: 1, Tschechien: 2, Ukraine: 1, Vereinige Arabische Emirate: 1)

Insgesamt gingen 134 geplante und 39 ungeplante Alleingeburten in die Erfassung ein.

Geplante Alleingeburten 2024

Von 134 geplanten Alleingeburten wurden 132 als solche durchgeführt.

Zwei (2) geplante Alleingeburten wurden unter der Geburt abgebrochen, dadurch ergibt sich für 2024 eine Abbruchrate bzw. subpartale Verlegungsrate von 1,5 % . Beide abgebrochenen Alleingeburten wurden, nach selbstbestimmter Verlegung, in einer Klinik, jeweils als Vaginalgeburt ohne Interventionen, beendet.

Es ist für 2024 bisher keine geplante begonnene Alleingeburt bekannt, welche per Kaiserschnitt beendet werden musste. Kaiserschnittrate: 0 %

Die nachgeburtliche Verlegungsrate, wegen mütterlicher Probleme nach einer geplanten Alleingeburt, beträgt aktuell 8,5 %. Konkret sind das elf (11) Fälle. Die Verlegungsgründe waren: Plazenta kam nicht, Plazenta-Verwachsung, Blutverlust bzw. nicht einschätzbare Blutung oder zur Nahtversorgung einer Geburtsverletzung.

Die nachgeburtliche Verlegungsrate, wegen kindlicher Probleme nach einer geplanten Alleingeburt, liegt derzeit bei 1,5 % . Konkret sind es zwei (2) Kinder, die aufgrund einer kindlichen -nicht geburtsbedingten- Erkrankung in Ruhe ins Krankenhaus verlegt wurden.

❗️An dieser Stelle eine sehr persönliche Anmerkung: Sowohl die subpartale, als auch die postpartale/postnatale Verlegungsrate zeigen, wie verantwortungsvoll die Alleingebärenden die Situation jeweils einschätzten und entsprechend handelten. Es wurde nicht um jeden Preis allein geboren, wie uns der Mainstream gerne weismachen will.

Ungeplante Alleingeburten 2024

Eine ungeplante Alleingeburt erlebten im Jahr 2024 mindestens 39 Frauen, jedoch waren 24 bereits auf eine Hausgeburt vorbereitet und gebaren ihr Kindchen schon mal ohne die Anwesenheit der Hebamme. Drei (3) Frauen wollten im Geburtshaus und zwölf (12) im Krankenhaus gebären, dazu kam es jedoch nicht, denn sie gebaren ihr Kind ungeplant zu Hause (10) oder im Auto (5).

Alle zwölf Geburten die im Krankenhaus geplant waren, wurden nach erfolgreicher Geburt trotzdem „vorsichtshalber“ noch dorthin verlegt.

Geburtslagen der Kinder

(alle begonnenen Alleingeburten, inkl. zwei Zwillingspaare; n=175)

  • in Schädellage: 171
  • in Beckenendlage: 4

Innerhalb der Gruppe der durchgeführten Alleingeburten erblickten sieben (7) Kinder als Sternengucker (Hintere Hinterhauptslage) das Licht der Welt.

In ihrer intakten Fruchtblase bzw. mit einer Glückshaube wurden insgesamt acht (8) Kinder geboren.

Die Nabelschnur um den Hals gewickelt hatten 17 % der Neugeborenen, 6 % der Kinder sogar mehrmals. Bei weiteren 9 % trat eine Nabelschnurumwicklung um den Körper in Erscheinung. Vier (4) Mütter entdeckten einen echten Nabelschnurknoten. Eine Ansatz-Anomalie (Insertio velamentosa) wurde einmal gemeldet.

Geburtsmedium: Wassergeburt oder Land?

(alle durchgeführten -nicht abgebrochenen- Alleingeburten, geplant und ungeplant; n=171)

Zum Zeitpunkt der Austrittsphase befanden sich die Gebärenden bei der Alleingeburt:

  • an Land / im Trockenen: 106
  • im Wasser: 60
  • ohne Angabe: 5

Raum der Geburt

Der mit 33 % am häufigsten genutzte Raum für eine Alleingeburt war das Badezimmer/Toilette, gefolgt vom Wohnzimmer (25 %) und dem Schlafzimmer (13 %). Andere Zimmer innerhalb einer Wohnung wurden zu 8 % gewählt, darunter das Gäste- oder Arbeitszimmer, das zukünftige Kinderzimmer oder ein weiblicher Tempelraum. Auch außerhalb einer Wohnung wurden 4 % der Alleingeburten gemeistert. Neun Geburten fanden in einem Fahrzeug statt (5 %).

Die ungewöhnlichsten Geburtsräume im Jahr 2024 waren: in einer Jurte, in einer Holzhütte im Wald, im Whirlpool unter einem festen Gartenpavillon, in einem selbstgebauten Pool im Wintergarten, im Schafstall und unter freiem Himmel.

Gebärpositionen

(alle durchgeführten -nicht abgebrochenen Alleingeburten, geplant und ungeplant; n=171)

Während der Austrittsphase des Kindes befanden sich die Mütter bei einer Alleingeburt in folgenden Gebärhaltungen: 

  • kniend: 61, davon im Hirtenstand: 15
  • stehend: 22
  • Hocke: 20
  • Vierfüßlerstand: 15
  • Vierfüßlerhocke: 9
  • wechselnde aufrechte Gebärpositionen, z.B. stehend bis der Kopf geboren, dann auf die Knie: 7
  • halb liegend/halb sitzend, z.B. in der Badewanne: 7
  • sitzend, z.B. auf dem WC: 6
  • Seitenlage: 5
  • Rückenlage: 1
  • unbekannt: 18

Geburtsverletzung bei Alleingeburt

Insgesamt 152 Mütter, mit einer vollständig durchgeführten Alleingeburt, geplant und ungeplant, beantworteten die Frage: Hattest Du eine Geburtsverletzung?, mit folgenden Ergebnissen:

  • nein, nichts: 67
  • ja, aber nur Schürfung: 35
  • ja, Rissverletzung: 48
  • andere Verletzung (Steißbeinprellung, Hämatom): 2

Die Geburtsverletzungsrate -der Definition nach eine Rissverletzung- liegt somit bei 31,5 %. Mit anderen Worten: Im Jahr 2024 blieben 7 von 10 Mütter bei einer Alleingeburt verletzungsfrei.

Sterblichkeit

Für das Jahr 2024 sind bisher keine kindlichen oder mütterlichen Todesfälle im Rahmen einer Alleingeburt bekannt.


Alleingeburten im Jahresvergleich

Im Vergleich zum Vorjahr 2023 ist die Anzahl der erfassten Alleingeburten 2024 etwas gesunken, der Anteil geplanter Alleingeburten ist jedoch um knapp 9 % gestiegen.

Da diese kumulierende Erfassung kein Enddatum hat, können auch in Folgejahren noch Geburten zum Jahr 2024 gemeldet und nachgetragen werden.

Zudem bildet diese Studie nicht die absolute Menge an Alleingeburten und deren Ergebnisse ab, sondern nur den Teil, der aufgrund freiwilliger Meldungen durch die Mütter oder aufgrund der Recherche ermittelt und herausgearbeitet werden konnte. Trotz höchster Konzentration und bestem Gewissen gilt: Alle Angaben ohne Gewähr.

Jobina Schenk

Weitere aufschlussreiche Ergebnisse findest Du in: Die Wahrheit über Alleingeburten*

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