Geburtsbericht Matteo, 25.01.2026, 9. Kind, 8. Alleingeburt im Wasser, SSW 39+1
Am Vorabend der Geburt waren wir noch in einem Restaurant alle zusammen essen. Der Abend verlief sonst ruhig, und wir rechneten alle nicht damit, dass es ausgerechnet heute losgehen könnte. Dafür haben wir vorher fast täglich gedacht, dass es nun losgeht, da sich die Latenzphase gefühlt ewig über Wochen hingezogen hatte.
Wir gingen recht früh ins Bett, und ich schlief sehr ruhig bis etwa 2:00 Uhr. Danach kam eine große Unruhe in mir auf. Ich musste immer wieder aufs WC, meine Blase fühlte sich aber dennoch so voll an, daher wanderte ich mehrmals vom Bad im Erdgeschoss ins WC im ersten Stock.
Im Bad hatten wir bereits seit Wochen alles für die Geburt vorbereitet. Wegen meiner Unruhe –an Schlaf war nicht mehr zu denken– fing ich an, die Kerzen anzumachen und die Duftlampe. Währenddessen immer wieder hoch aufs WC. Irgendwann klappte das Pinkeln aber nicht mehr. Daher ging ich auf den Pezziball im Bad und wollte durch leichtes Bewegen der Hüfte mal antesten ob sich Wellen einstellen oder nicht…leider spürte ich aber nichts. Da ich jedoch spürte dass das Kind sehr tief schon liegt wollte ich in die Badewanne um mal zu testen, ob sich im warmen Wasser etwas tut. Meinen Mann habe ich schlafen lassen, da ich auch da noch nicht von einem Geburtsbeginn ausging.
Als die Wanne voll war (was gefühlt ewig dauerte), wollte ich ins Wasser steigen. Dafür die Hose ausziehen, gestaltete sich aber sehr schwierig und ich spürte einen starken Druck rund um den Bauch –ähnlich einem engen Gummiband– sowie Kreuzschmerzen. Daher hielt ich kurz meinen Bauch und in dem Moment platzte vor der Badewanne unüberhörbar die Fruchtblase.
Sowas hatte ich auch noch nie, das passierte bei mir bis jetzt immer kurz vor der Geburt. Ich beeilte mich also, schnell aus dem zweiten Hosenbein rauszukommen, um ins Wasser zu kommen. Bis dato immer noch keine Wehen.
Im Wasser achtete ich auf alles, spürte aber auch da keine Wehen … mit der Zeit aber einen starken Pressdrang. Ich versuchte, mich festzuhalten am montierten Tragetuch und nach 2x Pressen und in 1 Minute und 18 Sekunden war das Baby geboren.
Ich war am Anfang von der enormen Geschwindigkeit so überwältigt und blieb einfach mit dem Baby im Arm im Wasser.
Irgendwann wurde es dann doch etwas kalt und ich dachte mir, ich sollte vielleicht mal nachsehen, ob es ein kleines Mädchen oder ein kleiner Junge ist. Wie gespürt, die ganze Schwangerschaft über: Ein kleiner Junge! Willkommen, Matteo!
Nun wurde es aber Zeit aus dem Wasser zu kommen. Ich legte den Kleinen in die vorbereitete warme Decke, band und schnitt die auspulsierte Nabelschnur durch. In diesem Moment fiel die Plazenta auf den Boden. Mein erster Gedanke, na toll, genau auf die Naturfliesen! 🫣 Ich beförderte die Plazenta in die vorbereitete Schüssel und versuchte, den Boden grob zu reinigen. Danach rief ich meinen Mann am Handy an und er war dann ziemlich schnell bei uns im Bad. Etwas überrascht und nicht sofort greifend, dass der Kleine schon da ist.
Das Baby kam dann auf Papas nackte Brust zum Bonden und ich ging schnell im oberen Bad duschen. Wir zogen zu dritt aufs Sofa um, und dann kamen auch schon die Geschwister, um das Baby zu bewundern.
Danach begannen 3 tolle Wochen im Wochenbett wo wir ganz toll umsorgt wurden von meinem Mann und den großen Geschwistern.
Text & Fotos © Mona G.


