Fehlgeburt: Eine Stille Geburt alleine meistern

Kürzlich hat wieder ein ganz besonderer Geburtsbericht zu mir gefunden. Es geht um eine „Stille Geburt“ oder auch „kleine Alleingeburt“. Die Auseinandersetzung mit dem Tod ist für uns alle ein Thema, doch entscheide bitte selbst, ob Du jetzt dafür bereit bist  und an dieser Stelle weiterlesen möchtest.

Gastbeitrag von Vanessa P.

Leander – Eines der schönsten Dinge die mir das Leben schenkte – oder ich mir selber schenkte

Mein Geburtsbericht; 9. Juli 2017; sonntags morgens gegen 6 Uhr in unserem wundervollen Zuhause

Viel zu früh, oder doch genau im richtigen Moment?! Dies vermag ich jetzt noch nicht zu sagen, doch auch dafür finde ich bald ´Worte´ und meine Wahrheit.

Es war samstags Nachts ( ich war gerade in der 16. Woche schwanger), als ich wie die letzten zwei Nächte, wieder mal nicht schlafen konnte. Meine Intuition sagte mir schon seit Freitag früh, dass ich Senk-/GeburtsWellen habe, mein Verstand und mein Außen jedoch „das sind Krämpfe, sie sind normal in der Schwangerschaft und gehen bald wieder vorbei“ (Trotz schon 10tägiger Magnesium Zufuhr, unterstützend mit Schüßler Salzen!)

Gegen 5 Uhr platzte die Fruchtblase, ich wusste es sofort. Es machte innerlich ´Plop´ und ich fühle mich endlich erlöst und erleichtert. Mein Freund hatte noch ausgesprochen, dass es ggf. Flüssigkeit aus meinem Hämatom (was seit ca. 10 Tage per Frauenärztin unten in meiner Gebärmutter festgestellt war) wäre. Kurz darauf musste ich wieder auf Toilette und mein Darm entleerte sich. Für mich schon ein weiteres Zeichen, dass die Geburt im Gang war. Ich blieb intuitiv auf der Toilette und mein Freund kam ins Badezimmer dazu. Ich wischte zwei-dreimal meinen Scheideneingang ab und hatte verschiedene Stücke auf dem Papier. Beim ca. 4x Abwischen sah ich seine Füße auf dem Papier. Dies teilte ich meinem Freund mit. Das Baby kommt jetzt. Für mich war klar, ich mache diese Geburt, sowie ich sie mir die letzten Monate erträumt hatte, daheim in Liebe, Ruhe und Geborgenheit, mit Unterstützung von meinem wundervollen Freund.

Ich fühlte mich ruhig und sicher auf der Toilette und blieb dort. Bat meinen Freund aus der Küche die Küchenrolle zu holen und mir Papierstücke davon zu reichen. Ich wollte unbedingt Alles was aus mir raus kam auffangen, anschauen und bewusst wahrnehmen. Ich wechselte kurz von der Toilette in die leere Badewanne, wo mir aber sofort bewusst war, dass die Toilette der für mich bessere Ort ist, da sie meine Oberschenkel unterstützte und ich mich mehr auf die Geburt einlassen konnte. Zu diesem Zeitpunkt hing der ca. 3cm große Kopf in meiner Scheide und es war Geduld angesagt.

Es dauerte ca. 15Minuten bis Leander´s Körper ganz auf der Welt war. Er war still, bewegte sich nicht. Doch die Seele spürten wir schon da. Sie war glücklich und total lebendig. Wir legten seinen Körper in eine ´Tupperschale´ mit Küchenpapier. Ab da hieß es weiter Ruhe bewahren und auf die Plazenta warten. Wir wussten beide, dass auch sie ohne Hilfe einfach aus mir raus kommt. Keine weiteren 10 Minuten war auch die Plazenta geboren und lag in meiner Hand. Sie füllte sie komplett aus.

Seit dem Zeitpunkt ging es mir hervorragend! Ich war erleichtert wie noch nie in meinem Leben. Ich hatte es geschafft, so wie ich es schon immer wusste, ich kann ein Kind ganz alleine auf die Welt bringen. Jetzt hatte ich den Beweis. Ich war so stolz auf mich und meinen Körper. Jetzt hatte ich diese Erfahrung auch gemacht, nicht nur das Wissen aus mir raus, sondern auch die Erfahrung. Ich pflegte mich auf der Toilette sitzend ein wenig und betete nur und sendete Dankbarkeit, dass ich das Alles so wunderbar gemeistert hatte.

Mein Freund war zu dem Zeitpunkt im Flur mit unserem kleinen großen Sohn, in der ´Tupperschale´. Er weinte und trauerte schon jetzt um seinen wundervollen Sohn. Ich war noch zu sehr mit mir beschäftigt, um seine/meine Trauer zu teilen. Ich brauchte mich selbst gerade und wusste, dass es bei mir noch ein wenig Zeit brauchte. Die Plazenta neben Leander´s Körper bedeckt mit Küchenpapier, weil uns der Anblick doch ein wenig ´gruselte´/erschreckte. Doch ich sah mit meinen ´Laienaugen´, dass sie mehr oder weniger komplett war.

Wir legten Leander mit seiner Plazenta in ein kleines bunt gestreiftes Gästehandtuch und legten uns zu dritt ins Bett. Für mich erst ein sehr komisches Gefühl, doch jetzt im Nachhinein das Beste was wir haben machen können. Die weiteren drei Stunden war von Schlafen, glückseeligen Energien unseres Sohnes, Weinen und Traurigsein erfüllt. Wir wussten sofort, dass wir seinen toten Körper im Wald beerdigen würden.

Nachdem wir in diesen drei Stunden genügend Kraft gesammelt hatten und uns von seinem Körper verabschiedet hatten, machten wir uns auf den Weg in den Wald. Dort begruben wir ihn unter einem großen, starken Baum. Geschützt von vielen kleinen anderen Bäumen und Wesen um ihn herum. Nun ruht sein Körper dort, wo er herkommt, in der Natur. Seine Seele darf jederzeit wieder zu uns kommen (oder auch eine Andere ;)) Der Platz in unserer Familie ist wieder frei und schon bald auch wieder bereit für ein Baby, das mit gesundem Körper zu uns kommt und uns alle Freuden des Mama und Papa ´Seins` bringt.

Wir lieben Dich kleiner großer Leander <3

Danke, dass Du in unserem Leben bist.

An alle Mama´s oder werdenden Mama´s auf dieser Welt; folgt eurer Intuition IMMER! In der Schwangerschaft, bei der Geburt und beim MamaSein. Dies ist unser ´Fahrplan´ und genau dafür sind wir auf dieser wundervollen Welt. Danke, dass es Euch gibt!

Text: Vanessa P.
symbolisches Beitragbild © Pixabay_Picography

6 Gedanken zu „Fehlgeburt: Eine Stille Geburt alleine meistern“

  1. Das man das so empfinden kann , ohne in Panik auszuarten , alle alle erdenkliche Hochachtung.Mit meinem Partner wär das niemals möglich gewesen. Viel Glück weiterhin u.Glückwunsch zu Diesem Mann.

  2. Danke für diesen offenen Bericht ♥ Ich bin tief berührt. Manchmal bekommen wir Geschenke für unsere persönliche Weiterentfaltung und es ist gut, dass Vanessa dieses als solches sofort angenommen hat. Ich wünsche ihr von ganzem Herzen eine weitere freudvolle und erfüllte Schwangerschaft für den nächsten Weg der kleinen Seele auf diese Welt.

    Alles Liebe
    Martina Maria

  3. Die Natur macht keine Fehler.
    Besser wäre der Begriff Schwangerschaftsabbruch.
    Baby und Mutter haben sich gemeinsam geeinigt, dass diese Erfahrung zum Wohle beider wichtig ist.
    Nun gilt es, diese Erfahrung für dem Wege der Selbstfindung zu nutzen.
    1. Schwangerschaft ist keine Krankheit, Arzt und Krankenhaus machen eine daraus.
    2. Der Staat ist keine Sicherheit, nur das eigene „Selbst“

    Wer nach ausführlicher Analyse folgender Tragödie immer noch nicht versteht wer er selbst in Wirklichkeit ist, und zu was er selbst in der Lage ist, was genau jetzt und hier zu tun ist, dem ist nicht mehr zu helfen, für den sind alle „Messen“ gesungen.

    Man kann schreiben, schreien und sich über „Übles“ aufregen, oder man steht auf und stellt sich mit menschlicher Stärke und Größe dagegen, verlässt seine Deckung und vertraut auf sein „Selbst“.

    https://freiefamiliedresden.wordpress.com/hintergrund-des-dresdner-hungerstreiks-und-dessen-grundlegende-bedeutung-fuer-die-menschheit/

    Liebe Grüße aus Dresden
    Wir haben es auch für Euch getan!
    Fragt Euer „Selbst“, was jetzt durch Euch zu tun ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.