Warum nicht das Natürlichste der Welt allein angehen? Gast-Geburtsbericht

Gast-Geburtsbericht von Heidi

Geburtsbericht „Karli“ aus Dresden

Ich musste bisher sehr viel allein machen, konnte mich selten auf Andere verlassen und wenn dann wurde ich oft verlassen. Warum also nicht das Natürlichste der Welt auch allein angehen?

Wir haben uns informiert über Vorzüge und Probleme und ich war ein paar Mal beim Frauenarzt, aber auch nur um die Familie zu beruhigen und ohne (für mich) unnötige Tests.

„Beim Dritten ist alles anders.“ Wie wahr dieser Spruch doch ist.

Unser dritter Sohn hat gezeigt, wie einfach es gehen kann.

Genug mir dem Vorwort. Dann fangen wir mal mit dem Geburtsbericht an.

Am 27.09.2016 war frühs ein letztes Mal meine Hebamme zur Vorsorge da. 5 Tage vor Entbindungstermin waren alle Werte entsprechend. Aber es war halt unser letzter Termin, denn sie durfte mich nur bis ET betreuen da sie „nur“ Vor- und Nachsorgehebamme ist.

Tasten nach dem Muttermund

Ich selbst habe mich zeitweise selbst am Muttermund untersucht. Im Gegensatz zu den letzten Tagen war der Muttermund weiter nach vorn gerutscht, 2 Finger durchlässig und der Gebärmutterhals verkürzt. Ganz gut aber auch nicht wirklich aussagekräftig.

Ich habe mich nach dem Verabschieden der Hebamme auf die Couch gelegt und ein wenig geschlafen, während mein großer Sohn (6) am Esstisch malte. Gegen 14 Uhr bin ich aufgewacht und merkte beim Aufsetzen, dass es feucht wurde. Ok, volle Blase und ein Kind das auf selbiger rumspringt. Ab auf Toilette. Jedoch wurde meine Hose auf dem Weg dahin immer feuchter. Es fühlte sich auch nicht an wie Urin.

Da die Fruchtblase vorher erst mit den Presswehen sprang wusste ich nicht wie es nun weiter ging. Ich rief meinen Mann an und informierte ihn, sagte aber dass er keinen Stress machen brauch und ich noch Mal Bescheid gebe. Etwas später war klar: Blase gerissen aber das Köpfchen lies nicht alles durch an Fruchtwasser. Gegen 15 Uhr kam mein Mann heim und ich entschied mich mit ihm Einzukaufen und den noch Kleinen (2,5) von der Tagesmutter zu holen. Die Bewegung sollte mir ein paar Wehen bringen.

Gegen 16.45 Uhr tastete ich erneut. 3 cm, das sollte sich auch eine Weile nicht ändern. Ich hatte im Gefühl, dass die Nacht nicht viel passieren wird. Also Abendessen gemacht, die Kinder ins Bett gebracht und mit meinem Mann auf der Couch gekuschelt. Zwischendrin sind so einige Mullwindeln in der Wäsche gelandet, denn das Fruchtwasser kam immer wieder schwallweise. Dank Tasten konnte ich aber gut feststellen, dass der kleine Kerl nicht auf dem Trockenem lag und er gut strampelte.

Durch die entspannte Atmosphäre Zuhause konnte ich gelegentliche Wehen ohne Tönen wunderbar veratmen aber bis ca 7 Uhr morgens konnte ich kaum schlafen und war auf ca 5cm geöffnet mit fast komplett verstrichenem Gmh – was aber auch daran lag, dass der Kleine von 1 – 4 Uhr Party gemacht hat und ich mich auf ihn konzentrieren musste.

Nach einer unruhigen Nacht kamen dann ab frühs die „richtigen“ Wehen inkl dem Gefühl, dass unser Baby gegen Mittag auf die Welt kommen mag.

Ab Mittag hatte ich das Gefühl in die heiße Phase zu kommen. So stand ich im Wohnzimmer, gestützt an unseren Kamin und abgetaucht in die Musikwelt. Hans Zimmer – Gortoz a ran und Disturbt – Sound of Silence haben mir, mit kraftvollen Stimmen und tiefgehenden Melodien, in Dauerschleife gut durch die Wehen geholfen die zwischenzeitlich ca alle 3 Min kamen. Irgendwann überkam mich das Gefühl mitzuschieben aber etwas stimmte nicht. Ich hab mehrfach getastet und festgestellt, dass mein Muttermund am Limit war. Der Muttermund bildete einen Ring, der sich leider nicht wegmassieren lies. Ich entschied mich meinen Mann gegen 15 Uhr in die Apotheke zu schicken um mir Buscopan Plus zu holen. Vorab hatte ich bereits damit gerechnet, da die beiden vorherigen Geburten ebenfalls diese Besonderheiten aufwiesen.

Die eigentliche Geburt sollte nun auf einer Matratze vor der Couch stattfinden. Stehend am Kamin hatte ich Sorge, dass meine Beine nachgeben oder ich mein Kind nicht schnell genug nehmen konnte. So kniete ich also an der Couch während das Buscopan seine Wirkung tat, mein Mann mir zwischen den Wehen das Kreuzbein massierte und in währendessen wohltuenden Druck darauf ausübte. Unsere beiden Söhne saßen nun auf der Couch und schauten gespannt und voller Vorfreude. Trotz meines lauten Tönens zeigte keiner Angst oder gar Ekel, was mir sehr wichtig war und auch viel bedeutet hat.

Ein wunderbar befreiendes Gefühl

Ich spürte nun dass der Kleine ganz nah am Ausgang war und dann begannen sie, die Presswehen. Die erste brachte den Kopf sichtbar an den Scheidenausgang, die zweite gebar den Kopf und in der dritten folgte der komplette Körper. Es war der 28.09.2016, 15.45 Uhr. (39+3)

Es war ein wunderbar befreiendes Gefühl diesen unsagbaren Druck los zu werden und die wahnsinnig kräftige Stimme dieses süßen Brummers zu hören. Meine erste Handlung war es dem kleinen Mann die lockere Nabelschnur vom Hals zu nehmen und zu schauen ob alles ok ist. Wie erwartet kam er mit Zusatzausstattung in Form einen bohnenartigen Anhängsels an seiner linken Hand (Polydaktylie) welches nach und nach vertrocknete und abfiel.

Ca 1,5h nach der Geburt hat der nun dreifache Papa gemeinsam mit den großen Brüdern die Nabelschnur durchtrennt. Die Plazenta war zu dem Zeitpunkt bereits gelöst aber nicht geboren und kam ca 30 Minuten später durch gezieltes aber dennoch leichtes Pressen.

Das erste Stillen haben wir knapp 30 Minuten nach der Geburt versucht, allerdings war der Herr ein wenig müde. Verständlich nach knapp 26 Stunden.

Gegen 18 Uhr entschieden wir, der frisch gebackenen dreifachen Uroma Bescheid zu geben. Die Überraschung war groß und gemeinsam haben wir ihn gewogen. Stolze 4200g, 58cm und 34,5cm Kopfumfang – hier ein Dank an meinen Mann für die Gene mit dem recht zarten Kopf.

Am Folgetag kam unsere Hebamme nun das erste Mal zur Nachsorge. 20 Stunden nach der Geburt war meine Rückbildung bereits auf dem Stand von Tag 4 oder 5, was auch den geringen – aber vorhandenen – Wochenfluss erklärt. Geburtsverletzungen gibt es keine besonderen außer 2 kleine oberflächliche an den inneren Schamlippen.

Kurzzeitig verzweifelte Standesbeamtin

Als unser Karli 6 Tage jung war haben wir die Anmeldung beim Standesamt vorgenommen und ein wenig die Standesbeamtin zum kurzweiligen Verzweifeln gebracht, da wir ja keinerlei Papiere und Bestätigung über die Geburt hatten. Demonstratives Stillen und die Vorlage des Mutterpasses inkl vorraussichtlichen ET waren aber ausreichend.

Mein Fazit: Ich bin unsagbar glücklich und dankbar. Diese Geburt war wunderbar selbstbestimmt, entspannt und erholsam, trotz der Dauer.

Text © Heidi Nitzsche
Fotocredit: Fotolia #35413785 S.Kobold

PS: Wie Du Dein Kind nach einer Alleingeburt bestenfalls anmeldest, erfährt Du in diesem Blogbeitrag: Anmeldung und Geburtsurkunde nach Alleingeburt

10 Gedanken zu „Warum nicht das Natürlichste der Welt allein angehen? Gast-Geburtsbericht“

      1. Wie können SIE, Frau Schenk, so einen dummen und undifferenzierten Beitrag hier leisten? Das grenzt schon an mangelnder Kompetenz bzw. ich bezweifle sehr Ihr generelles Wissen.

  1. Liebe Frau Schenk, Sie stellen hier viele Geburtsberichte, die Ihnen übermittelt werden, auf Ihrer Seite ins Netz. Wie authentisch diese Berichte sind, das ist Ihre Aufgabe, dies zu überprüfen. Ihre Antworten auf kritische Beiträge sind sehr oberflächlich und nicht aussagekräftig. Insgesamt vermitteln Sie den Eindruck als würde Ihnen profundes Fachwissen und wissenschaftliche Hintergründe fehlen, was übrigens auch Ihre Veröffentlichung betrifft. Bestimmt stört Sie es keineswegs, dass Sie den Titel ‚Meisterin‘ verwenden und damit diejenigen, die das nachweislich de facto sind, im Grunde verärgern .

    1. Das macht nichts, dass ich kein profundes Fachwissen habe. Denn alles Wissen was ich für eine Geburt brauche liegt bereits in mir.
      Manchmal ist es sogar besser NICHT soviel rationales Wissen in sich zu tragen, denn alles kopflastige hindert uns Frauen beim Loslassen. Die Kompetenz zu Gebären ist völlig unabhängig von Schulabschlüssen und Zertifikaten. Es braucht Intuition, die Situation selbst einzuschätzen um dann die Entscheidung zu treffen, in welchem Setting ich mein Kind gebären will.

      Die auf diesem Blog veröffentlichten Alleingeburtsberichte sind zum Teil auf Wunsch anonymisiert, trotzdem stecken dahinter ganz reale Frauen. Frauen, die Meisterinnen der Geburt sind.

      Wer sich davon „verärgert“ fühlt, dass autarke Frauen frei von Angst und Zweifel alleine ihre Geburten meistern, der darf sich gerne fragen, warum das so ist. Denn ein Ärgernis entsteht immer in einem selbst.

  2. Unsere Urgroßmütter hatten bestimmt genau dasselbe Wissen wie Sie, Frau Schenk. Ist das alles was Sie nachzuweisen haben?
    Alte Weisheiten neu aufpoliert zu vermitteln, aber keine Antworten auf problematische Situationen zu bieten, außer das nächste Krankenhaus ist ja in der Nähe. Ihnen scheint Bildung und Fachwissen nicht unbedingt wichtig zu sein. Sie selbst sagen dass es nichts macht , dass Sie von alledem was Sie hier verbreiten, keine Ahnung haben. Autarke Frauen sind meist intelligent und haben immer ein Wissen darüber, auf was sie sich einlassen, und brauchen bestimmt nicht Ihre Beiträge. Ärgernis entspringt nur Unwissenheit und entsteht nur in einem selbst aus mangelnder Bildung.

    1. Was ich hier verbreite sind
      a) meine eigenen Geburtserfahrungen,
      b) die Geburtserfahrungen anderer Mütter,
      c) meine Beobachtungen bzw. meine Sicht auf die Dinge

      Und all dies dient anderen Menschen lediglich als Inspiration.
      Ich sehe in den Müttern das volle Potential, ihre Geburten zu meistern um gestärkt daraus hervorzugehen.

  3. Das macht nichts dass ich nichts weiß, na super Frau Schenk. Ist ja egal, ob ich mein , in diesem Fall wohl „angebliches Metier“ beherrsche. Das Einmaleins bis fünf genügt ja zum Existieren. Und Geburten gibt es seit tausenden von Jahren. Da hat die heutige Zeit nur auf Ihre geniale homepage gewartet, um besonders gut beraten zu werden.

  4. „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“
    Sokrates.
    Schön mal gehört?

    Ich hatte gehofft, Sie könnten zwischen den Zeilen lesen. 😉

    Aber nichtsdestotrotz … SIE SIND auf dieser genialen Homepage! Völlig freiwillig. Mitten in der Nacht. Warum lesen Sie hier?

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