Archiv der Kategorie: Geburtsberichte Alleingeburt

Schnelle & intensive Wassergeburt unseres 7. Kindes – die 5. Alleingeburt

Die Schwangerschaft verlief wieder ohne Komplikationen – bis auf immer mal wieder leichte Blutungen in den ersten Monaten (bei den anderen Kindern war das nicht so) und Übelkeit in den ersten und letzten Wochen. Ich habe nur 6 kg zugenommen, was ok war, da ich diesmal mit Übergewicht in die Schwangerschaft gestartet bin. Neben der großen Vorfreude, endlich wieder ein Baby geschenkt zu bekommen, hatte ich auch viele Ängste diesmal. Ich musste mich intensiv damit auseinandersetzen und neben Gebet haben mir Gespräche und Literatur geholfen (Geburtswissen wieder auffrischen, Notfallpläne durchgehen). 

Vier Tage nach dem ET spürte ich nachts erste Wehen, war mir aber nicht sicher, ob es Geburtswehen oder wieder meine starken Senkwehen sind. Ich konnte noch etwas schlafen, aber in den frühen Morgenstunden registrierte ich, dass die Geburt losgegangen ist. Ich ließ mir ein entspannendes Bad ein und weckte meinen Mann. Ich bat ihn, Feuer im Kamin zu machen (es schneite). Ich war alleine im Bad und veratmete meine Wehen in der Wanne, während die Kinder noch schliefen und mein Mann im Wohnzimmer saß. 

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ET+10, Nierenstein & ein Bad voller Fruchtwasser – Die Alleingeburt meines vierten Kindes

Der Bericht meiner vierten geplanten Alleingeburt ist etwas lang geworden, denn ich möchte gerne über die Geburt hinaus berichten, da ich eine wirklich bemerkenswerte Erfahrung gemacht habe.

Ich hatte von Beginn der Schwangerschaft an damit gerechnet zu übertragen, aber unser Baby hat meine Geduld dann wirklich sehr trainiert, und mich bis ET+10 warten lassen. Ich war die ganze Schwangerschaft über sehr aktiv, habe 2 Yoga-Kurse zeitgleich besucht, bin viel gelaufen, Fahrrad gefahren und mir ging es super. Je näher wir dem ET kamen, desto mehr war die Luft raus und ich bin oft vom Bett auf die Couch, weil ich einfach total müde war. Symphyse und Leisten schmerzten sehr, und mir ging es einfach nicht mehr gut.

An ET+9 habe ich mich nochmal zusammen genommen und das Baby versucht ,,rauszuputzen“, selbst die Fenster mussten dran glauben. Außerdem habe ich ein Nelkenöl-Tampon gemacht.

Ich war dann noch recht lange mit meinem Mann wach. Um 23 Uhr haben wir das Licht ausgemacht, ich war gerade eingedöst, da hatte ich um 23:59 Uhr die erste Wehe, die sich endlich nach Geburtsbeginn angefühlt hat. Ich freute mich, der 23.01. sollte es also werden. Ich blieb noch eine Weile im Bett, sagte irgendwann meinem Mann, dass er ab heute nicht mehr arbeiten müsse und ich mich etwas bewegen wolle.

Die Geburt meines dritten Kindes ging sehr schnell, und ich hatte mir sehr gewünscht, dass ich diesmal ein bisschen mehr Zeit hätte. Diese Geburt sollte aber so ganz anders werden.

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Glückshaube Geburt: Selten in der Klinik – häufig bei freien Geburten

Die Wissenschaftler nennen es ein „Phänomen“, weil dieses Ereignis so selten vorkommt. Die moderne Geburtsmedizin gibt an, dass die Wahrscheinlichkeit bei etwa 1:80.000 liegt, dass ein Kind mit einer „Glückshaube“ zur Welt kommt. Bei Alleingeburten sieht dieses Verhältnis jedoch ganz anders aus.

Was ist eine Glückshaube?

Von einer Glückshaube spricht man, wenn ein Kind in seiner intakten Fruchtblase zur Welt kommt. Bei diesen Geburten, oft auch als „en-caul-Geburten“ bezeichnet, umhüllt die zähe Eihaut (Amnion und Chorion) vollständig das Kind. Laut Literatur bezieht sich die klassische „Glückshaube“ nur auf einen Teil der Fruchtblase, die wie ein Schleier über Kopf und Gesicht hängt und erst entfernt werden muss, bevor das Baby seinen ersten Atemzug nehmen kann. Den Schätzungen von Hebammen nach, kommt dieses Häubchen immerhin bei 1:1000 Geburten vor.

Zwei Reels, die zeigen, wie eine Glückshaube aussieht:

https://www.facebook.com/share/r/1HjTPKPqiu

https://www.facebook.com/reel/1525595448545849

Screenshot Facebook (c) Jenny-Ann Sulit, Hebamme

Glückshaube als Glücksbringer Mythos

Mythologisch gilt ein solches Ereignis als Glücksbringer. In den Gebrüder Grimms Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ wird ein solches Ereignis beschrieben: „Es war einmal eine arme Frau, die gebar ein Söhnlein, das hatte eine Glückshaube um, wie es zur Welt kam.“ (Originalausgabe von 1812). In späteren Versionen wird die Glückshaube zwar zur „Glückshaut“, doch die Botschaft, dass ein solches Kind mit dieser Besonderheit geboren wird und vom Glück umgeben sein muss, bleibt bestehen.

Auch im Historischen Museum in Basel (Schweiz) findet sich der Glücks-Mythos wieder – in einem dort ausgestellten Medaillon, das eine ineinandergefaltete Embryonalhaut enthalten haben soll. Der Überlieferung nach trug der Besitzer es bei sich, um Glück zu haben.

En Caul Geburt Häufigkeit: Der große Unterschied zwischen Klinik und Alleingeburt

Zurück ins Heute. Die Wissenschaft, Statistiken und Geburtsmediziner geben die Häufigkeit mit 1:80.000 bzw. 1:1000 an. Wie sieht diese Zahl bei Alleingeburten aus?

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Stille Alleingeburt

Triggerwarnung. Dieser Geburtsbericht schildert die Schwangerschaft und Gebärreise bei der das Baby still bleibt (Totgeburt). Bitte lies nur weiter, wenn du dich gerade emotional stabil fühlst, und brich jederzeit ab, wenn es zu viel wird.

Für Tiano und die Wahrheit

Für Tiano, damit etwas bleibt, du bleibst, wenn auch nicht sichtbar, und der Wahrheit das Leben empfangen nicht garantiert, dieses lebend in seinen Armen halten zu dürfen, weil Leben und Tod miteinander verwoben sind.

Die Zeit der Schwangerschaften waren für mich immer größtes innerliches Wachstum, eine tiefe Ruhe, die sich ausbreitete in Verbindung zu meinem Kind, dem Leben, zu mir selbst.

Die tiefste Helligkeit in meiner Mutterschaft, die Dankbarkeit, Mutter sein zu dürfen, die Dankbarkeit an meinen Körper, das erste Zuhause meiner Kinder zu sein, mein Bauch, der für Leben steht.

In meiner Reise als Mutter durfte ich schon viele Erfahrungen sammeln hinsichtlich Geburten, von medizinisch unnötigen Kaiserschnitten, einer VBA2C im Geburtshaus, kleiner Alleinfehlgeburt, Alleingeburten, mitunter auch aus unvollkommener Fußbeckenendlage, Sternenguckergeburt und nun einer stillen Alleingeburt.

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Geduld, Vergebung und eine selbstermächtigte Alleingeburt

Geburtsbericht von J.

Zur Vorgeschichte: Mein erstes Kind schlich sich sehr schnell in eine noch recht frische Beziehung ein. Bis dato verlief mein Leben hauptsächlich nach gesellschaftlicher Erwartungen. Ich steckte in einem Studium, das zwar okay war, aber auch nicht wirklich das, was ich wollte. Doch ein Kind? Das „ginge“ ja so früh auch nicht, sagte mir meine Erziehung.

Die gesamte Schwangerschaft war geprägt von Aushalten müssen und Freude konnte ich mir kaum erlauben. Die Geburt –blockiert durch meine eigenen Ängste und die gewaltvolle Behandlung im Krankenhaus– war eine traumatische Erfahrung. Das Wochenbett war voller Schmerz. Es dauerte Jahre, bis ich mir Heilung erlaubte, mir wirklich tiefe Freude an unserem Kind erlaubte und endlich mein Studium schmiss.

Zweite Schwangerschaft … und ein paar Meter Wachstum später

So langsam wuchs der Wunsch nach einem zweiten Kind. Dass ich irgendwann ein Zweites haben würde, war mir innerlich schon lange klar. Bis ich voll Ja zu diesem Wunsch sagen konnte, verging noch viel Zeit. Mein Körper und mein Geist reagierten immer schlau und „passend“ auf meine Entwicklung. War ich zu verkrampft in meinem Wunsch, ging gar nichts. Irgendwann kam der Punkt, an dem ich einfach so mit unserem einen Kind und uns zufrieden war. Ich muss gar nichts. Mein Zyklus war unregelmäßig und ich dachte wirklich nicht mehr darüber nach, wann ich Sex haben müsste oder wann leichte Unruhe davor. 

Das Gefühl, schwanger zu sein, schlich sich langsam ein. Etwa in der 8. Woche machte ich zu Hause einen Schwangerschaftstest. Und noch einen, sicher ist sicher. Nur ein Datum, dass war nicht sicher. Grob geschätzt hatten wir jedoch einen Geburtsmonat, den Februar. Ein Termin beim Frauenarzt kam so früh für mich nicht in Frage. (In meiner ersten Schwangerschaft wurde der Termin nach vorn korrigiert und sorgte gegen Ende für mehr Stress als nötig.)

Doch wie viel Vorsorge wollte ich jetzt? Es schwankte zwischen „gar nichts“ und zwei Ultraschalle plus Hebammenbetreuung durch die Hausgeburtshebamme.

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Alleingeburt im Krankenhaus – Ein Paradoxon?

In diesem Beitrag nehme ich dich mit in eine E-Mail-Konversation, die von einer sehr besonderen Geburtsreise erzählt. Sie klärt, ob es Alleingeburten im Krankenhaus gibt, wer den Begriff ‚Alleingeburt‘ geprägt hat und was er bedeutet.

Hallo Jobina,

meine Doula meinte, ich soll Dich mal fragen, wie Du die Sache einschätzt.

Ich war mit Zwillingen schwanger und hab natürlich keine Hebamme für eine Hausgeburt bekommen. Also habe mich intensiv mit dem Thema Alleingeburt beschäftigt, hab mich letztlich aber doch nicht getraut (da Zwillinge, BEL und eine Nabelschnur lag zwei Tage vor Geburt im kleinen Becken).

Im Krankenhaus hab ich mich geweigert, CTG schreiben zu lassen und da ich nicht schrie oder stöhnte, wusste niemand, dass ich Wehen hatte. Ich bin dann zur Toilette gegangen und habe dort mehr aus Versehen ganz alleine meine Tochter zur Welt gebracht. 
(zum Glück hatte ich mich mit dem Thema beschäftigt, sonst wäre das Kind in die Emaille gestürzt…).

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Joy’s freie Geburt im Wasser mit Lotusgeburt

Ich plante schon seit Jahren, wenn ich mal schwanger bin und gebäre, eine Alleingeburt, also ohne Hebamme und sonstige medizinische Eingriffe. So wurde unsere Tochter Joy nur im Beisammensein von mir und ihrem Vater geboren, und noch dazu als Wassergeburt in einem Geburtspool.

Ich spürte ab Anfang des 3. Schwangerschaftsmonats, dass ich schwanger bin. Ab dem 5. Monat spürte ich unser noch ungeborenes Baby im Bauch. Ich habe mich nie untersuchen lassen, doch ich merkte, dass sich alles gesund entwickelte. Meine Brüste gaben auch ab dem 5. Monat eine ölige Flüssigkeit ab, die -nach googlen- der Reinigung und Vorbereitung der Milchgänge auf das Stillen dienen.

Obwohl ich gerade einmal 6 kg zunahm und auch noch am Tag vor der Geburt wie im 6. Monat schwanger aussah, sagte mir meine Intuition, dass unser Kind gesund ist. „Anastasia“ sagt ebenfalls in ihren Büchern, dass es unnormal sei, dass unsere Schwangeren so einen großen Bauch haben. Dem kann ich nur beipflichten.

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Zauber der Nacht – Freie Geburt im Badezimmer

Schilderung der freien, selbstbestimmten und schmerzlosen Geburt meines Sohnes M. im Juli 2023

Ich bekam mit 29 Jahren mein erstes Kind mutterseelenallein und in aller Stille des Nachts im häuslichen Badezimmer. Es war so gewollt. Es hat nicht weh getan.

Ich denke immer wieder gerne an diese schönen Momente der Selbstermächtigung und der Naturerfahrung zurück, die mir meinen ausgeglichenen, ersten Sohn geschenkt haben. Zum Teil war ich so stolz und erfüllt, dass ich gleich wieder ein Kind zur Welt bringen wollte. 

Vorwort: Kebekus und Co. rauben mir den letzten Nerv – Gedanken


Vor ein paar Wochen habe ich, während ich bei meinen Eltern im Wohnzimmer saß, wieder einmal zu einer Apothekenzeitschrift gegriffen. Witzigerweise ging es in diesem Familienableger der „Rentnerbravo“ um Geburten und welche Gedanken junge Frauen davor begleiten und wie sie mit den Gedanken umgehen könnten. Eine Frage und Zwischenüberschrift des Artikels war die ganz selbstverständliche Frage:  „Halte ich die Schmerzen aus?“ 
Jetzt, da meine eigene Geburt bzw. die meines Sohnes M. monatelang zurück liegt, kann ich darüber nur lachen oder weinen. Im ersten Moment war mir sogar eher nach letzterem zumute: in welcher Gesellschaft leben wir? Sicher hatte ich vor der Geburt tatsächlich auch immer wieder starke Ängste, die sich vor allem um den Schmerz drehten, aber sie waren ohne Substanz! Das heißt: wenn alle Welt vom Schmerz spricht, dann erwartet man ihn auch. Man geht davon aus, dass es ohne nicht geht, aber dass es wahrscheinlich irgendwie auszuhalten sein wird (muss). 
So wird es uns suggeriert. Das ist der Konsens. Blödsinn! Es ist nichts weiter, als wenn man ein Ziehen im Bauch von den Tagen hat und dann wegen Verstopfung eine Zeitlang auf der Toilette hockt.

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Alleingeburt im Caravan in Tschechien

Ein Geburtsbericht von Gastautorin Kaya:

Frühlingsgeburt im blühenden Garten

Vorab: Ich schreibe unglaublich gerne. Ich schreibe buchstäblich auch ganze Romane, also wundert euch bitte nicht, wenn dieser Geburtsbericht den Rahmen ein wenig sprengt und länger ist als vielleicht gewöhnlich. Vorab schonmal danke fürs Interesse und fürs Lesen und Teilen.

Es war Anfang August als ich feststellte, dass meine Tage aus „irgendwelchen“ Gründen nicht kamen und noch dazu eine bleierne Müdigkeit auf mich fiel. Konnte es denn sein…?

Obwohl wir uns beide eine Familie total wünschten, hatten wir uns entschlossen, noch ein Jahr damit zu warten.

Doch tatsächlich: nach zwei positiven Schwangerschaftsstreifen schien es immer plausibler. Da wir schon seit mehr als 3 Jahren mit Aufpassen und Zykluskennen „verhüteten“, waren wir gefühlt so eingespielt, dass wir dachten, so ein „Ausrutscher“ konnte doch nicht passiert sein. Hatten uns die Engel da einen Streich gespielt?

So ganz konnten wir es noch nicht begreifen, aber eine Veränderung war zu spüren. Projekte im Garten, –unserem zu Hause– wurden nun noch wichtiger und wir wussten manchmal nicht, wo die größte Priorität lag: Fließendes, warmes Wasser oder erst mal den Erdkeller fertigstellen für die Ernte? Auto selbst reparieren oder mehr arbeiten gehen, um solche Sachen machen zu lassen? Mein Partner war also voll konzentriert auf „Nest bauen“, tun und machen. Ich wollte gerne auch so viel Energie haben, doch manchmal fühlte ich mich so platt, dass ich nicht mal mein Yoga am Morgen schaffte. Ich stellte auch vieles bei meiner Ernährung um. Oft war mir schlecht und ich konnte meine üblichen Wildkräutersalate nicht mehr in Massen essen. Stattdessen griff ich sogar Mal zu Sauerteigbrot (Brot habe ich davor kaum noch gegessen), Erdnussbutter und viel, viel Obst. Auch Milchprodukte schlichen sich mehr und mehr in meine Ernährung, obwohl wir uns davor vorwiegend vegan ernährten. Noch dazu kam natürlich, dass ich ab September wieder in meinem Beruf als Sprachlehrerin viel in der Stadt war, und dort war es immer schon schwierig für mich gewesen, gut auf meinen Körper hören zu können und das Richtige zum Essen zu bekommen. Nun, diese Phase der Schwangerschaft war also nicht immer einfach für uns beide, und doch spürten wir auch die Freude über das was immer realer wurde: Wir werden Eltern.

Die Suche nach einer Hebamme war die nächste Schwierigkeit. Es war für uns beide von Anfang an klar, dass unser Baby bei uns zu Hause, also auf unserem Land, unserem Garten, zur Welt kommen darf. Wenn es auch die Engel erlauben und das Baby es auch so will, dann fanden wir, stand dem nichts im Wege. Und doch dachte ich: klar brauche ich eine Hebamme dafür. Das Problem war eine zu finden, die Hausgeburten mitmachen würde. Durch eine Freundin fand ich letztendlich einen Kontakt zu einer Hebamme, die etwas außerhalb der Stadt wohnte. Jedoch meinte diese Hebamme am Telefon, ich wohnte zu weit weg von ihr und lehnte mich ab. Das tat mir tatsächlich recht weh, einfach abgelehnt zu werden, ohne dass sie mich überhaupt getroffen hatte. Erst nachdem ich mich dann mit einer von ihren befreundeten Doula traf, bekam ich dann doch einen Termin. Dennoch ließ mich das Gefühl nicht los, dass diese Hebamme mich eigentlich gar nicht betreuen wollte.

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Dieses Mal war ich nicht nur Göttin, sondern auch ein bißchen Kriegerin – Geburtsbericht

Natalie hat bereits zwei Geburtserfahrungen: beim ersten Kind eine geplante Alleingeburt, die zur hebammenbegleiteten Hausgeburt wurde und beim zweiten Kind eine geplante und erfolgreich durchgeführte Alleingeburt. Jetzt bei der Geburt ihres dritten Kindes schrieb sie: „Dieses Mal war ich nicht nur Göttin, sondern auch ein bisschen Kriegerin.“

Natalies Geburtsbericht:

Am 01.10. 22 war der Ratetermin für meine dritte Geburt und der war ohne ein einziges Ziehen oder sonst was verstrichen. Dabei hatte ich schon ewig keine Lust mehr schwanger zu sein, ich wollte endlich kuscheln. Die Schwangerschaft war eigentlich wie im Bilderbuch, außer Sodbrennen kaum mal ein Wehwehchen, ich habe mich nur locker von meiner Hebamme begleiten lassen, ein Arzt hat mich wie in der Schwangerschaft zuvor, nicht zu Gesicht bekommen. Am 03.10. 22 waren meine beiden Großen noch mit meinem Onkel unterwegs und ich habe einen sehr entspannten Tag genossen und ab dem Nachmittag war mir klar, jetzt geht es endlich in die richtige Richtung. Abends merkte ich noch intensiver, dass sich etwas tut und sagte meinen Kindern schon, dass bald ihr Geschwisterchen zu uns kommt, vielleicht sogar in der Nacht schon. Ich las noch lange, genoss die beginnenden Wellen und schlief dann gegen 1 Uhr nochmal ein. 

Gegen 2:45 Uhr wurde ich wach und merkte Feuchtigkeit im Schlafanzug. Ich wunderte mich, da die Fruchtblase bei den Geburten zuvor kurz vor der Kopfgeburt erst platzte, bzw. geöffnet wurde. Auf der Toilette musste ich feststellen, dass es eine nicht sehr geringe Menge Blut war. Ich horchte in mich hinein, bestätigte mir, dass es mir und dem Kind gut geht und ließ mir erstmal Badewasser ein. Ich hatte immer wieder Wellen, die sich auch wirksam anfühlten, aber jedes Mal kam auch Blut, mal mehr mal weniger. Also entschloss ich, das abchecken zu lassen. Ich rief gegen 3:15 Uhr meine Hebamme an, sie empfahl mir eine Klinik und begrüßte meinen Entschluss. Dann kam meine Mama rüber wegen der beiden schlafenden Großen und mein Freund kam und fuhr mich zur Klinik, gegen 4:15 Uhr waren wir, glaub ich, da.

Ich war dort die Einzigste und wurde von zwei sehr lieben Hebammen begrüßt. Ich erläuterte mein Problem, ich war im übrigen nie unruhig, erzählte auch von der geplanten Alleingeburt und wir haben uns sehr nett unterhalten als wir auf den Arzt warteten. Zum Glück hatte ich mich die Fahrt über mental darauf eingestellt, gut auf mich aufzupassen, denn der schlecht gelaunte Arzt fing sofort an rumzustänkern, warum ich keine Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft gemacht hätte und so weiter. Frech kann ich auch, meine ehrlichen Antworten haben ihm gar nicht gepasst, und weil ich gegen seinen Willen während des Ultraschalls mehrfach aufgestanden bin, um Wellen zu veratmen und jedes Nein von mir keinen Platz für Widerworte oder Diskussionen gelassen hat, hat er bald gar nicht mehr mit mir gesprochen, was ich sehr gut fand.

Nach dem Ultraschall habe ich die Hebammen drauf hingewiesen, dass der Arzt ein A**** ist und wir haben sehr nett weiter überlegt was zu tun sein.

Es war klar, dass ich dort alles ablehnen würde, was die Hebammen an sich bewundernswert fanden, aber auch eingestanden, dass sie CTGs zum Beispiel selbst als Sicherheit empfänden. Aber da beim Ultraschall nichts Auffälliges festgestellt wurde und auch die Plazenta nicht ungünstig saß, war von einer starken Zeichenblutung auszugehen und ich beschloss auf eigene Verantwortung wieder nach Hause zu fahren.

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